Christoph Manske von den Stuttgart Reds Foto: StN

Neuer Trainer, neue Spieler, neue Saison. In der spielfreien Zeit dreht sich bei den Bundesliga-Baseballern der Stuttgart Reds das Personal-Karussell gewaltig. Auch auf den Schlüsselpositionen gab es Veränderungen.

Stuttgart - Neuer Trainer, neue Spieler, neue Saison. Die Off-Season, die spielfreie Zeit, bei den Bundesliga-Baseballern der Stuttgart Reds als ereignisreich zu bezeichnen wäre schlicht untertrieben. Das Personal-Karussell drehte sich gewaltig, weil die Baseballer des TV Cannstatt einige hochkarätige Abgänge kompensieren mussten. Auch auf den Schlüsselpositionen gab es Veränderungen.

„Wir waren in unseren ersten drei Spielzeiten in der Bundesliga ein bisschen unkonstant. Das soll sich ändern“, sagt Abteilungsleiter Christoph Manske. Die wichtigste Neuverpflichtung gab es dabei nicht bei den Spielern, sondern auf der Trainerposition. Troy Williams wird in der Spielzeit 2014 die Geschicke von der Stuttgarter Bank aus leiten. „Troy ist ein sehr wichtiger Baustein für den Erfolg in dieser Saison“, betont Manske. Williams ist auf der deutschen Baseball-Landkarte kein Unbekannter. Seit 2004 ist er Wurf-Trainer des deutschen Nationalteams. „Wir hatten Troy Williams schon seit der EM 2010 als Trainer im Auge“, verrät Maske, „wir wollten nicht irgendeinen Experten aus Übersee holen, sondern jemanden, der sich in Deutschland auskennt.“ Nun hat es geklappt mit der Verpflichtung. Williams ist dafür bekannt, dass er gerne mit jungen Talenten arbeitet. So betreut er nebenbei noch die U-15-Auswahl Baden-Württembergs. Auch aufgrund seines Faibles für die Jugend will man den neuen Coach langfristig an Stuttgart binden: „Wir planen, dass Troy lange bei den Reds bleibt, und hoffen, mit der Verpflichtung einen weiteren Schritt in die richtige Richtung gemacht zu haben“, kommentiert Manske die Verpflichtung des US-Amerikaners aus Indiana. Williams tritt die Nachfolge von Spielertrainer Matt Emery an, der in der vergangenen Saison die Position des Catchers ausgefüllt hatte.

Die wichtigste Neuverpflichtung der Reds ist Pitcher Nick Renault, der von den Solingen Alligators nach Stuttgart wechselt. Renault gilt als einer der besten Werfer in der Bundesliga. Dementsprechend sind die Cannstatter froh über den Transfercoup.

Am ersten Doppelspieltag an diesem Sonntag (13 und 15.30 Uhr/Baseballpark am Schnarrenberg ) gegen die Heidenheim Heideköpfe wird aber ein anderer Spieler den ersten Ball in Richtung Schlagmal werfen. Da im ersten Saisonspiel nur ein Werfer mit europäischer Staatsbürgerschaft als Pitcher auflaufen darf, wird der belgische Nationalspieler Thomas de Wolf starten. Mit dem Spanier Andres Perez, der sich über den Winter beim amerikanischen Profiteam Los Angeles Angels fit gehalten hat, hat Troy Williams einen weiteren wurfgewaltigen Spieler in seinen Reihen. „Wir sind bei den Pitchern dieses Jahr sehr gut besetzt“, kommentiert Manske den Kader für die kommende Saison. Eine weitere wichtige Neuverpflichtungen ist Jonathan Wagner, der aus Mannheim nach Stuttgart wechselt. Wagner stammt aus Sindelfingen und hat bereits in seiner Jugend in Stuttgart Baseball gespielt.

Hingegen wird Outfielder Joshua Little in dieser Saison nicht im Trikot der Reds ­auflaufen. Er musste sich einer Schulter-Operation unterziehen, sein Arm steckt komplett in einem Gips. Ein Ersatz steht aber bereit: Gavin Ng, der nach seinem Bandscheibenvorfall im vergangenen Jahr wieder genesen ist, wird Little ersetzen.

Abteilungsleiter Manske schätzt das Team der Reds deutlich stärker ein als noch in der Vorsaison. „Der Kader ist in der Tiefe wesentlich besser besetzt als noch im letzten Jahr“, sagt Manske, „einzig an Power Hittern, den Jungs, die den Ball auch mal mit aller Gewalt über den Zaun dreschen, fehlt es uns ein bisschen. Deshalb wird sich unsere Spielweise etwas ändern.“

Manske glaubt an ein gutes Abschneiden der Reds und blickt zuversichtlich auf die kommende Saison: „Wir wären zufrieden, wenn wir nichts mit dem Abstieg zu tun haben, aber schielen insgeheim auf einen Play-off-Platz. Auch wenn das unheimlich schwer wird.“ Für Manske ist klar, wer zu den Favoriten auf die deutsche Meisterschaft gehört: Die Buchbinder Legionäre aus Regensburg waren zuletzt viermal Meister und sind auch in diesem Jahr Top-Favorit. Manske zählt auch den ersten Gegner zum engeren Favoritenkreis. „Die Spiele gegen Heidenheim werden eine ideale Standortbestimmung“, sagt Manske.

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