An der Haltestelle „Dürrlewang“ ist der Bordstein bereits erhöht. Das erleichtert den Einstieg. Am Hans-Rehn-Stift soll der Umbau im nächsten Jahr erfolgen. Foto: Hintermayr

Gerade da, wo viele Gehbehinderte in den Bus einsteigen, fehlt es an Barrierefreiheit. Nun wird der Umbau der Haltestelle am Hans-Rehn-Stift in Stuttgart-Rohr priorisiert. Warum geht es nun doch so schnell?

Rohr - Nun geht es wohl doch ganz schnell: Die Bushaltestelle am Hans-Rehn-Stift könnte schon nächstes Jahr barrierefrei werden. Das bestätigen sowohl das Stuttgarter Tiefbauamt als auch die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB). „Derzeit werden die Ausführungspläne mit den verschiedenen Partnern abgestimmt, sodass der Bau voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2020 beginnen kann“, teilt Christoph Schmid vom Tiefbauamt, Abteilung Straßen und Verkehr, mit.

Der Heimbeirat des Hans-Rehn-Stifts, der den Umbau gefordert hatte, begrüßt die Entwicklung. „Wir sind hocherfreut, dass sich das Engagement auszahlt und sich nun so schnell etwas tut“, sagt Roland Wörner. Er hatte sich im Februar an die Presse gewandt und kritisiert, dass ausgerechnet die Haltestelle, an der viele gehbehinderte Menschen einsteigen, nicht barrierefrei ist. Im Anschluss suchte er den Kontakt zur Arbeitsgruppe Barrierefreies Vaihingen im Bezirksbeirat, die einen Antrag aufgesetzt hatte, in dem sie ebenfalls auf den schnellen Umbau drängt.

Jetzt geht es auf einmal schnell

Wörners Gang an die Öffentlichkeit hat offenbar Wirkung gezeigt. Wie das Tiefbauamt mitteilt, habe man daraufhin nochmals Kontakt mit dem Eigenbetrieb Leben und Wohnen, dem Betreiber des Hans-Rehn-Stifts, aufgenommen und vereinbart, den barrierefreien Ausbau schon vor dem Neubau des Heims umzusetzen. „Es gab einen Vor-Ort-Termin, die Stadt hat sich sehr kooperativ gezeigt“, bestätigt Wörner. Die Haltestelle am Hans-Rehn-Stift sei schon länger auf der Prioritätenliste der SSB, teilt eine Mitarbeiterin des Nahverkehrsunternehmens mit. „Die Haltestelle ist gut besucht, nicht nur von älteren Menschen, sondern auch von Leuten mit Kinderwagen“, sagt sie. „Es macht Sinn, sie schnell umzubauen.“ Die SSB, die sozusagen das Nutzungsrecht für die Haltestelle an der Straße hat, muss sich in solchen Fällen mit der Stadt abstimmen, „das geht Hand in Hand“, sagt die SSB-Mitarbeiterin. Ausschlaggebend für die schnelle Umsetzung ist ihrer Meinung nach die Initiative des Heimbeirats gewesen.

Die Haltestelle muss verlegt werden

Die Bushaltestelle kann allerdings nicht einfach umgebaut werden. „Fahrversuche vor Ort haben gezeigt, dass die Haltestelle am bisherigen Standort aufgrund der vorhandenen Geometrie nicht vollständig barrierefrei ausgebaut werden kann“, sagt Schmid. „Aufgrund der stark beeinträchtigten Ausbaumöglichkeiten in der Wendeschleife haben wir uns gemeinsam mit der SSB für eine Verlegung der Haltestelle in die Thingstraße, unmittelbar nach Ausfahrt aus der Wendeschleife, entschieden“, sagt Schmid. In der bisherigen Schleife entstehe ein Spalt zwischen Bus und Bordstein, erklärt die Mitarbeiterin der SSB. Mit einem geraden Bus sei es schwierig, in einer Kurve zu halten. „An der Thingstraße ist die Anfahrbarkeit besser“, sagt sie.

Die neue Bushaltestelle soll mit dem Combibord System Stuttgart ausgestattet werden, erklärt das Tiefbauamt. Die Bordsteinhöhe beträgt 18 Zentimeter. Wenn der Bus abgesenkt wird, ist die Stufe zur Tür circa sieben Zentimeter hoch. Das macht den Einstieg einfacher, denn bisher müssen die Fahrgäste etwa eine Höhe von 20 Zentimetern überwinden. Der Umbau wird wohl nur wenige Wochen dauern, Christoph Schmid nennt einen Zeitraum von „circa sechs Wochen“. Während dieser Zeit wird der Bus eine Ersatzhaltestelle anfahren. Wo genau die liegen wird, wollen Tiefbauamt und SSB noch abstimmen.

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