Barbara Schöneberger war in der Stuttgarter Liederhalle - wir haben einige Eindrücke in unserer Bildergalerie gesammelt. Klicken Sie sich durch! Foto: Getty

Barbara Schöneberger startet ihre „Gibt’s das auch in groß“-Tour in Stuttgart. Dass sie keine Sängerin par excellence ist, weiß sie. Nur wirkt alles sehr einstudiert - dabei glänzt Schöneberger doch eigentlich gerade durch spontane Schlagfertigkeit.

Barbara Schöneberger startet ihre „Gibt’s das auch in groß“-Tour in Stuttgart. Dass sie keine Sängerin par excellence ist, weiß sie. Nur wirkt alles sehr einstudiert - dabei glänzt Schöneberger doch eigentlich gerade durch spontane Schlagfertigkeit.

Stuttgart - „Ich freu’ mich“, hört man die laut Forsa-Umfrage beliebteste Moderatorin Deutschlands von irgendwoher rufen. Eines ihrer bekannteren Werke singend, beschreitet die Blondine daraufhin die Bühne im Beethovensaal der Stuttgarter Liederhalle – im schwarzen Petticoat. „Gibt’s das auch in groß?“, der Song, der auch ihr Album „Bekannt aus Funk und Fernsehen“ eröffnet. Die gleichnamige Tour startete am Donnerstag in Stuttgart. Ein Tipp: ihre Initialen ­lauten B. S.

Barbara Schöneberger ist gesucht, wobei B. S. auch für „besonders selbstironisch“ ­stehen könnte. Denn was ist ein Abend mit der Moderatorin anderes als eine Huldigung an die Selbstironie? „Macht, dass ich aussehe wie Sylvie van der Vaart“, habe sie der Maske gesagt. Doch wie man sehen könne, hätte es mal wieder nur für Linda de Mol ­gereicht.

Für derartige Sprüche schalten ihre Fans ein, wenn Barbara Schönberger vor einer Fernsehkamera steht. Klar, dass sie zwischen ihren gesanglichen Präsentationen immer mal wieder mittels gesprochenem Wort zum Lachen animiert.

Geht es in Gesang und Gerede nicht um die Auftretende, dann meist um Schwächen des anderen Geschlechts. Dieses sollte besser auch gelernt haben, über sich selbst zu lachen: Die Gags thematisieren Übergewicht und sexuelles Scheitern, laden ab und an auch zur Frage ein, wie sich das weibliche Pendant zum Herrenwitz eigentlich nennt. „Früher warst du der Mann meiner Wahl, heute bist du mein Mann, der Wal“, trällert sie fröhlich.

Dass sie keine Sängerin par excellence ist, weiß sie. In Andeutung von Leidenschaft verzerrt sie ihre Mimik und wirft den Kopf nach hinten. Dabei schnippt sie mit den ­Fingern in Richtung Publikum und kreischt „Wuuuh!“ am Ende mancher Lieder. Die sind oft einfach gestrickt, überfordern dafür aber nicht – woran sie sich wagt, gelingt ihr auch. Das gilt für eigene Hits, mal Rock, mal Swing, wie auch für Coverversionen, unter anderem „Black Velvet“, gesungen im Duett mit Backgroundsängerin Nathalie Tineo. Oder auch „Lena“ mit Gast und Pur-Sänger Hartmut Engler.

Alles wirkt gut einstudiert – das ist deshalb ärgerlich, weil Schöneberger auf der ­digitalen Welle oft durch spontanen Witz und Schlagfertigkeit glänzt. Frontalunterhaltung ohne Konterpart lässt dafür wenig Spielraum. Es hängt sich saubere Musik an ordentlichen Gesang und durchschnittliche Pointen – ein häufiges Problem sogenannter Multitalente: das Fehlen eines wirklich herausragenden Bereichs.

Vierfachem Kleidwechsel zum Trotz, bietet Schöneberger mit Stückauswahl und Stand-up doch immer wieder dasselbe Spiel: Beispielsweise ist ständiges Veralbern von Oberflächlichkeit nur glaubhaft, wenn auch irgendwann mal damit gut ist – hier wird aber von Männerwampen über Schwangerschaftspfunden bis zur Schönheitschirurgie so ziemlich jeder Bereich ­seziert. Ironie an der eigenen Person anzuwenden bedeutet zwar oft amüsantes Über-den-Dingen-Stehen, manchmal aber auch Selbstschutz.

Schönberger im Fernsehen? Gibt es an diesem Samstag wieder. Fast schon traditionell ist sie für den Eurovision Song Contest (in diesem Jahr in Kopenhagen) von der Reeperbahn in Hamburg zugeschaltet.