Einer, der sich einmischt: Wolfgang Niedecken am Rhein Foto: dpa/Oliver Berg

Wolfgang Niedecken, der Gründer der Kölschrock-Band BAP, engagiert sich seit Jahrzehnten politisch. Die „Querdenker“-Demonstrationen sieht der Musiker, der am 30. März siebzig wird, als eine Gefahr für die Demokratie an.

Köln - Der Kölner Musiker Wolfgang Niedecken sieht die Demokratie durch Rechtspopulisten und „Querdenker“ gefährdet. „Bei den ‚Querdenkern’ sind jede Menge Rechte dabei, die einen Keil in die Gesellschaft treiben wollen“, sagte Niedecken dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Grenzen zwischen AfD, NPD, Reichsbürgern und „Querdenkern“ seien fließend. „Die Demokratie muss hier wehrhaft bleiben. Denn was Besseres als die Demokratie ist der Menschheit bislang nicht eingefallen“, sagte der Gründer der Kölschrock-Band BAP, der am 30. März siebzig Jahre alt wird.

Appell an die Demonstranten

Der sozial und politisch engagierte Musiker rief die Demonstranten gegen die Corona-Maßnahmen dazu auf, darauf zu achten, „mit wem sie sich auf ihren Demos einlassen“: „Wenn man mit einer Regenbogenflagge rumläuft, wo ‚Peace’ draufsteht und fünf Meter weiter Leute die Reichsflagge schwenken, muss man sich schon fragen: Mit wem machen wir uns gemein?“

Auf der Facebook-Seite von seiner Band BAP gebe es immer wieder Posts von Rechtsgerichteten, erklärte Niedecken. Er habe diese Leute ermahnt, das seinzulassen. „Man geht nicht auf die Seiten anderer Leute und postet da irgendwas, was da nicht hingehört“, kritisiert Niedecken.

Gegen Rechtsextremismus

Der 1951 in Köln geborene Musiker und Künstler engagiert sich seit Jahrzehnten gegen Rechtsextremismus. In seinen Songs „Kristallnaach“ sowie mit „Ruhe vor’m Sturm“ auf dem jüngsten BAP-Album „Alles fließt“ warnt er mit Blick auf die deutsche Nazi-Vergangenheit vor rechtsgerichteten Tendenzen. Im Jahr 1992 war Niedecken einer der Initiatoren des Kölner Konzerts „Arsch huh, Zäng ussenander“ gegen Rassismus und Fremdenhass. Für sein soziales und politisches Engagement erhielt der Musiker, der auch ein Förderprojekt für ehemalige Kindersoldaten in Afrika gegründet hat, im Jahr 2013 das Bundesverdienstkreuz.

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