Hat derselbe Täter die Banken in Winnenden und Hall überfallen (Archivbild)? Foto: SDMG

Die Ähnlichkeit ist frappierend: Fahndungsfotos zeigen große Parallelen zwischen Überfällen, die sich im Abstand eines Jahres in Winnenden und Schwäbisch Hall ereignet haben. Ein Polizist erklärt, warum das Gesicht des Täters so seltsam wirkt.

Winnenden/Schwäbisch Hall - Nach einem Banküberfall in Schwäbisch Hall sucht die Polizei mit Fahndungsfotos nach dem Täter. Und die Ähnlichkeit mit dem Mann, der vor fast genau einem Jahr eine Filiale der Volksbank in Winnenden (Rems-Murr-Kreis) überfallen hat, ist frappierend. Die Gesichtszüge des Mannes sind gleich, erscheinen aber eigentümlich – kein Wunder: Laut der Polizei trug der Täter eine realistisch wirkende Maske aus Silikon, auf die ein Oberlippenbart und Augenbrauen aufgemalt waren.

Im Fall von Winnenden war dies wegen der schlechteren Bildqualität der Überwachungsaufnahmen nicht gleich ersichtlich. „Bei den Aufnahmen von dem Überfall in Schwäbisch Hall fiel uns aber auf, dass im Gesicht des Täters keinerlei Mimik zu erkennen war“, so ein Polizeisprecher. Die Polizei prüft jetzt, ob es sich tatsächlich um ein und denselben Mann handelt.

Banküberfälle in Winnenden und Schwäbisch Hall: Beide Male entkam der Täter

Zwischen den beiden Fällen gibt es mehrere Parallelen, aber auch Unterschiede. Beide Male trug der Bankräuber eine Brille mit schwarzem Gestell und eine schwarze Kapuze mit der Aufschrift „Gore Bike Wear“ auf der Stirn. Sowohl in Winnenden als auch in Hall verwendete der Bankräuber eine schwarze Pistole – wobei beim jüngsten Fall ein Schalldämpfer auf die Waffe aufgeschraubt war.

Die beiden Überfälle haben sich fast genau im Abstand von einem Jahr ereignet: In Winnenden hatte der Täter am 30. Januar 2018 in einer Volksbank-Filiale in der Marktstraße zugeschlagen. Er floh mit rund 40 000 Euro Beute. In Schwäbisch Hall hatte sich am 15. Januar dieses Jahres um kurz vor 12 Uhr ein Überfall ereignet. Der Täter floh zu Fuß mit einem „niedrigen fünfstelligen Betrag“.

Der Bankräuber soll mit Akzent sprechen

Im Gegensatz zum ersten Bankraub trug der Täter diesmal schwarze Handschuhe mit dem Emblem des deutschen Fußball-Bundes. Bei der Tat in Winnenden hatte der Mann keine – oder hautfarbene – Handschuhe getragen. In beiden Fällen wird der Täter auf grob 1,70 Meter Größe geschätzt.

Beim Überfall in Schwäbisch Hall soll der Täter Deutsch mit osteuropäischem beziehungsweise russischem Akzent gesprochen haben. Solch ein Akzent lässt sich freilich auch imitieren. Ein Vergleich zu Winnenden ist aber nicht möglich: Bei diesem Überfall sprach der Täter nämlich nicht, sondern beschränkt sich auf Gesten.

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