Die Einbrecher sollen allein im Landkreis Ludwigsburg insgesamt 25 Einbrüche begangen haben. Foto: Imago/Panthermedia

Bei 38 Einbrüchen Gegenstände im Wert von 360 000 Euro erbeutet. Die Staatsanwaltschaft beantragt für die drei Angeklagten Gefängnisstrafen von sechs bis sieben Jahren.

Im Prozess am Landgericht Heilbronn um eine Einbruchserie in den Kreisen Ludwigsburg und Heilbronn hat die Staatsanwaltschaft hohe Haftstrafen für die drei 26, 30 und 50 Jahre alten Angeklagten gefordert. Die Vertreterin der Anklagebehörde plädierte auf Gefängnisstrafen zwischen sechs Jahren und zwei Monaten und sieben Jahren und zwei Monaten für die drei Männer. Die Verteidiger des Trios hielten Haftstrafen zwischen fünf Jahren und neun Monaten und sechs Jahren und neun Monaten für angemessen.

 

Dass die Schlussanträge relativ dicht beieinander sind, liegt an einer Prozessverständigung zwischen Richtern, Staatsanwaltschaft und Anwälten, bei der ein entsprechender Rahmen abgesteckt wurde. Diese Verständigung ist auch der Grund dafür, warum der ursprünglich bis Mitte Januar terminierte Prozess am Landgericht Heilbronn nunmehr deutlich früher endet. Die 9. Große Strafkammer will das Urteil am 28. Oktober verkünden.

Trio hat sich zu einer Bande zusammengeschlossen

Laut Anklage haben sich die drei Angeklagten im Herbst 2023 zu einer Bande zusammengeschlossen, um sich durch Einbrüche in Wohn- und Geschäftshäuser in den Kreisen Ludwigsburg und Heilbronn in den dunklen Wintermonaten 2023 und 2024 eine dauerhafte Einnahmequelle zu verschaffen. Das Trio sei im November und Dezember jeweils von ihrer Wohnung in Ludwigsburg losgefahren, anfangs mit einem VW Passat, später mit einem Hyundai mit italienischen Kennzeichen. Fahrer soll der 30-Jährige gewesen sein, der seine beiden Mitangeklagten zu den jeweiligen Objekten gefahren und vom Auto aus beobachtet habe, ob den beiden Komplizen Gefahr gedroht habe.

Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hat das Trio insgesamt 38 Taten des Wohnungseinbruchsdiebstahls und schweren Bandendiebstahls begangen. Dabei sollen die drei Angeklagten Bargeld, Schmuck und andere Wertgegenstände im Gesamtwert von mehr als 360 000 Euro erbeutet haben. Den durch die Einbrüche verursachten Sachschaden beziffert die Anklagebehörde auf rund 65 000 Euro. In die Wohnungen drangen die Männer laut Anklage ein, indem sie Fenster und Türen aufhebelten.

Insgesamt waren es 38 Einbrüche

25 der insgesamt 38 Taten fanden im Kreis Ludwigsburg statt, die restlichen im Kreis Heilbronn. Allein siebenmal soll das Trio in Steinheim und seinen Teilorten zugeschlagen haben, je fünf Einbrüche haben laut Anklage in Pleidelsheim und Oberstenfeld stattgefunden. Die größte Beute habe das Trio bei einer Tat in Pleidelsheim gemacht, dort seien Schmuck und Münzen im Gesamtwert von 50 000 Euro gestohlen worden. Bei einem Einbruch in Heilbronn, bei dem drei Tresore aufgebrochen wurden, hat die Beute laut Anklage 45 000 Euro betragen, in Steinheim einmal 25 000 Euro und einmal 20 000 Euro.