Das Gazi-Stadion hat sich im Vergleich zu dieser Luftaufnahme von 2012 stark verändert. Bald könnte sich auch auf dem Tennenplatz der TSG Stuttgart etwas tun. Foto: Archiv Ott

Weil der Bezirksbeirat Degerloch wegen eines Zwists nicht votiert hat, kann erst im Januar über den Bau der neuen Sporthalle auf der Waldau entschieden werden. Vorab sprechen sich alle für eine Version mit Tiefgarage aus.

Degerloch - Der Eklat am vergangenen Dienstag im Bezirksbeirat (wir berichteten) hat Auswirkungen auf die weitere Planung für den Bau der Sporthalle auf der Waldau. Eigentlich hätten die Lokalpolitiker ihr Votum zum Projekt abgeben sollen. Danach sollten der gemeinderätliche Ausschuss für Umwelt und Technik (UTA) und der Verwaltungsausschuss am 16. und 17. Dezember endgültig abstimmen. Da die Sitzung des Gremiums wegen eines Zwists ohne Abstimmung abgebrochen wurde, muss die Gemeinderats-Entscheidung nun aufs neue Jahr vertagt werden.

Die Sportbürgermeisterin Susanne Eisenmann bestätigt, dass sie den Punkt von der Tagesordnung der Ausschüsse gestrichen hat. Der Bezirksbeirat sei zwar nur ein beratendes Gremium, dennoch „ist dem Gemeinderat die Meinung wichtig“, sagt Eisenmann.

UTA will die „große Variante“

Wie berichtet, gibt es in der Vorlage der Stadt zwei Varianten für die Sporthalle. Die eine umfangreich, wie sie in der Planungswerkstatt Waldau erdacht wurde, und die von der Stadt empfohlene abgespeckte Variante ohne Tiefgarage und mit weniger Räumen in der Halle. Der UTA hatte sich vergangenen Dienstag dafür ausgesprochen, dass die Variante mit Tiefgarage gebaut wird. „Wenn wir schon beim zentralen Platz nicht die große Variante bekommen haben, wollen wir sie wenigstens bei der Sporthalle“, erklärt UTA-Mitglied und Grünen-Betreuungsstadträtin Beate Schiener die Entscheidung des Gremiums.

Wie der Gemeinderat sollte sich eigentlich auch der Bezirksbeirat zu seiner Wunsch-Version äußern. „Es geht uns aber nicht nur darum, für welche Variante sich die Bezirksbeiräte aussprechen, sondern auch um ihre weiteren Anregungen“, sagt Bürgermeisterin Eisenmann.

Planung wird mit Verspätung ausgeschrieben

Dass der Bezirksbeirat wegen einer Meinungsverschiedenheit nicht über das Thema gesprochen hat, und die Mitarbeiter der Stadt unverrichteter Dinge gehen mussten, spielt für die Bürgermeisterin keine Rolle. „Ich war überrascht“, gibt sie zu. Fakt sei aber, dass es keine Beratung gab, aus welchen Gründen auch immer. Die Beratung stehe dem Gremium jedoch zu, und darum werde das Thema auf die Sitzung im Januar verschoben. Somit muss die Planung mit Verspätung ausgeschrieben werden.

Auf der Waldau sind alle Beteiligten derweil glücklich darüber, dass sich der Gemeinderat schon vor dem endgültigen Beschluss für die große Variante der Sporthalle inklusive Tiefgarage ausgesprochen hat. „Das Angebot ist so viel besser“, sagt Renatus Dierberger von der IG Waldau, dem Zusammenschluss der Vereine im Sportgebiet. Seien es die Bewegungslandschaft und die zusätzlichen Räume im Inneren, aber auch die Parkmöglichkeit. Die IG sei sich mit den Anwohnern einig, dass der Parksuchverkehr weniger werden muss. Die 23 oberirdischen Parkplätze in der abgespeckten Variante würden nicht ausreichen.

Auch der Leiter der angrenzenden Waldschule, Kai Buschmann, ist klar der Meinung, dass nur die größere Variante Sinn habe. Aus Sicht der Schule sei er schon zufrieden, wenn sich der Schulsport gut in der Halle unterbringen lasse. Persönlich finde er, dass man das Thema Sportangebot heute ganz anders denken müsse als früher. Allein schon wegen des demografischen Wandels. Es gebe etwa immer mehr Sportangebote für ältere Menschen, sagt Buschmann. „Und die Senioren brauchen dafür kleinere Nebenräume und keine dreiteilige Ballsporthalle.“

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