Hund Adonis nach der Attacke: Der Australien Sheperd von Familie Ilitsch ist am Montag in Weilstetten von einem Kangal übel zugerichtet worden. Foto: Privat

Ein aggressiver Hund der Rasse Kangal hat in Weilstetten üble Bekanntheit erreicht. Eine Familie mit kleinem Kind wird in Todesangst versetzt.

Balingen-Weilstetten - Ein aggressiver Hund der Rasse Kangal verbreitet in Weilstetten seit längerer Zeit Angst und Schrecken. Wie der Schwarzwälder Bote berichtet, attackierte der türkische Hirtenhund, der in einer Hochhauswohnung gehalten wird, den Vierbeiner von Familie Ilitsch.

Es ist ein übles Bild: Adonis, der achteinhalbjährige Australien Sheperd, blutet in der Nähe des Munds und aus dem Hals. Er schaut verstört. Sascha Ilitsch, früherer Handball-Profi und heute Co-Trainer beim HBW, hat das Bild dem Schwarzwälder Boten zukommen lassen. Aufgenommen wurde es direkt nach der Attacke durch den Kangal zu Beginn dieser Woche. Ilitsch wollte nicht nur den Angriff und dessen Folgen dokumentieren, sondern auch deutlich machen, dass der türkische Hirtenhund eine Gefahr ist. Für viele in Weilstetten.

Maulkorb fliegt bei Angriff nach Sekunden

Ilitschs Ehefrau und ihre gemeinsame acht Monate alte Tochter waren am Montagabend nahe dem Hochhaus an der Römerstraße mit dem Kinderwagen auf Spaziergang durch den Ort. Mit dabei: Hund Adonis. Auf einmal sah sie den Kangal kommen, deshalb machte sie mit Kind und Hund kehrt, aus gutem Grund: Der Kangal hatte Adonis im Januar 2017 schon einmal böse angegriffen.

Der Hirtenhund indes sah Adonis am Montag ebenfalls – riss sich los und rannte auf Familie Ilitsch zu. "Der Kangal attackierte unseren Hund und hörte nicht mehr auf. Er griff mit solcher Wucht an, dass sogar der Maulkorb nach wenigen Sekunden weg war", erzählt Ilitsch. Seine Frau habe sich nicht um Adonis kümmern können, sie habe Todesangst gehabt und allein auf die Tochter geschaut, dass ihr nicht auch noch etwas geschieht, so Ilitsch, und: "Ich will mir gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn der Kinderwagen umgefallen und die Kleine auf den Boden gefallen wäre."

"Was muss passieren, dass etwas passiert?"

Die Halterin des Hundes versuchte laut Ilitsch reichlich spät und dann zunächst vergeblich, den Kangal zu stoppen. Auch sie wurde bei dem Vorfall nach Angaben der Polizei verletzt. Der Halter kam später hinzu; angemessen oder gar einsichtig aber hat er sich laut Ilitsch nicht gezeigt: Er habe die Ilitsch-Familie sowie auch die Polizisten, die Zeugen alarmiert hatten, bedroht und beleidigt.

Der Kangal hat in Weilstetten mittlerweile üble Bekanntheit erreicht, auch bei den Behörden ist er aktenkundig. Jäger in Weilstetten berichten immer wieder davon, dass das Tier von seinem Halter mit dem Auto durch den Wald getrieben wird. Oft angeblich ohne Leine. Nach einem früheren Vorfall hatte das Kreisveterinäramt auf Betreiben der Balinger Stadtverwaltung einen Wesenstest bei dem Kangal durchgeführt. Dieser verlief positiv, dem Hund wurde kein aggressives Verhalten attestiert. Bis zu diesem Wesenstest hatte für das Tier Leinenpflicht und Maulkorbzwang bestanden.

Dass der Kangal den Wesenstest überhaupt bestanden hat, der bescheinigt, dass von dem Hund zum Prüfzeitpunkt keine Gefahr ausgeht, kann Sascha Ilitsch nicht nachvollziehen. "Was muss noch passieren, bis etwas passiert?" Seiner Meinung nach müsse dem Eigentümer untersagt werden, den Hund weiter zu halten.

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