Ein Mann steht im Strandbad in Eriskirch am Ufer des Bodensees. An drei Badestellen im Südwesten ist die Wasserqualität dauerhaft so schlecht, dass vom Schwimmen abgeraten wird. Foto: dpa

Baden ist in fast allen Flüssen, Seen und an den Küsten Deutschlands ein sauberes Vergnügen. Fünf Badestellen haben nach EU-Standard jedoch mangelhafte Wasserqualität - gleich drei davon liegen in Baden-Württemberg.

Stuttgart/Kopenhagen - Baden verboten: Wegen Fäkalbakterien im Wasser wird an drei Badestellen im Südwesten vom Schwimmen abgeraten. Das geht aus einem neuen EU-Bericht zur Qualität der Badegewässer hervor, der für ganz Deutschland fünf mangelhafte Stellen auflistet. In Baden-Württemberg sind das Strandbad in Eriskirch am Bodensee (Bodenseekreis), der Finsterroter See in Wüstenrot (Kreis Heilbronn) und die Kocherbadebucht in Künzelsau (Hohenlohekreis) betroffen.

Badegäste werden dort mit Schildern auf die Verbote hingewiesen. Wer trotzdem schwimmen geht, läuft nach Angaben des Landesgesundheitsamts Gefahr, an Fieber- und Durchfall zu erkranken.

Für die Gewässer wurde eine sogenannte Fäkalbelastung festgestellt, wie das Regierungspräsidium Stuttgart mitteilte, das die Wasserqualität überwacht. Hauptursachen sind Abwässer von Kläranlagen, eine bei Starkregen überlaufende Kanalisation sowie von Feldern und Bauernhöfen in Seen gespülte Jauche, wie es im Bericht der Europäischen Umweltagentur heißt.

Bitte für Eriskirch

An allen drei Stellen mit aktuellem Badeverbot ist das Problem lange bekannt, überall sind Kläranlagen in der Nähe. „Man kann von Kläranlagen nicht erwarten, dass sie Wasser in Badewasserqualität entlassen“, sagt der Referent für Wasserhygiene im Landesgesundheitsamt, Jens Fleischer. Das werde auch nicht gefordert. Die Badestelle in Eriskirch und am Kocher seien ungünstig gewählt.

„Für uns ist es bitter“, sagte der Bürgermeister von Eriskirch, Markus Spieth. Zum ersten Mal muss Eriskirch ein Verbot für die ganze Saison verhängen - und das, obwohl die Wasserqualität aktuell gut sei. Spieth kritisiert den strengen EU-Standard, der die Wasserqualität der vier Vorjahre einbezieht. „Das ist zu weit rückwärts betrachtet, das hilft dem Badegast nicht.“

Wird die Qualität fünf Jahre in Folge nicht als „ausreichend“ bewertet, sieht die EU-Verordnung ein Ende der Badestelle vor. Eriskirch würde dieses Schicksal treffen, wenn binnen dieses Jahres die Wasserqualität nicht nachhaltig verbessert wird und das Urteil der Behörden beim nächsten Mal erneut „mangelhaft“ lautet, wie das Landesgesundheitsamt mitteilte.

Insgesamt haben Badefreunde im Südwesten aber genug Alternativen: Im ganzen Land wurden 317 Badestellen untersucht - und nur drei beanstandet.

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