Die Stuttgarter S-Bahn fährt während des neuerlichen Streiks der Lokführer deutlich seltener als sonst – dafür mit mehr Platz in Langzügen Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Der Ersatzfahrplan für die neunte Streikrunde der Lokführer ist zumindest im Nahverkehr identisch mit jenem der achten. Die S 1, S 2, S 3, S 4 und S 6 fahren im Stundentakt. Zum Fußballländerspiel der deutschen U 16 gegen Frankreich an diesem Mittwoch fährt auch die Stadtbahnlinie U 11.

Stuttgart - Die Streik der Lokführer hat am Dienstag um 15 Uhr im Güterverkehr begonnen. „Da sind die ersten Züge nicht gefahren“, sagte ein Bahnsprecher den Stuttgarter Nachrichten. Entsprechend wurde ein Ersatzfahrplan für den Personenverkehr an diesem Mittwoch bekannt gegeben. Die Gewerkschaft der Deutschen Lokomotivführer (GDL) hatte den Start des Streiks hier für 2 Uhr in der Nacht angekündigt.

„Der Fahrplan ist vergleichbar zum Streik Anfang Mai“, sagte der Bahnsprecher. Das bedeutet, dass die S-Bahn-Linien S 1, S 2, S 3, S 4 und S 6 im Stundentakt fahren. Die S 4 endet allerdings in Marbach, die S 5 und die S 60 fallen ebenso ganz aus wie die sogenannte Schusterbahn (R 11) Untertürkheim–Kornwestheim und die Kleine Teckbahn (R 81) von Kirchheim/Teck nach Oberlenningen (Kreis Esslingen).

Während die Fernzüge in Deutschland nach Bahnangaben zu rund einem Drittel fahren sollen, wird es im Bereich der Regionalzüge in Baden-Württemberg bis zur Hälfte der Fahrten sein, die eingehalten werden können. „Das hängt von der Strecke ab“, sagte der Bahnsprecher in Stuttgart . So rechnet er auf der Strecke Stuttgart–Tübingen (R 8) mit einem Stundentakt, während es andernorts einen Zwei-Stunden-Takt geben werde. Zuletzt war das etwa auf der R 1 Stuttgart–Ulm der Fall.

Da die GdL das Streikende nicht angekündigt hat, gilt der Notfahrplan zunächst nur für heute und wird dann täglich verlängert. Die Gewerkschaft ließ allerdings schon durchblicken, dass der Ausstand über Pfingsten andauern werde. Der Bahnsprecher empfiehlt, in jedem Fall vor Fahrtantritt zu überprüfen, ob der Zug auch tatsächlich fährt: unter der kostenlosen Telefonnummer 0 80 00 99 66 33 oder im Internet unter www.bahn.de/liveauskunft.

Das gilt auch für die vielen Besucher des Junioren-Fußballländerspiels Deutschland gegen Frankreich an diesem Mittwoch um 11 Uhr in der Mercedes-Benz-Arena. Weil der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die Karten für das Freundschaftsspiel der unter 16-Jährigen an Schüler für zwei Euro abgibt, gingen im Vorverkauf nach DFB-Angaben mehr als 30 000 Tickets weg. Viele davon gingen nach Informationen der Stuttgarter Nachrichten an Schulklassen aus der Region Stuttgart.

Von diesen dürften nun einige zuhause bleiben, da die Bahn keine Sonderzüge einsetzen kann und die S-Bahnen zwar als Langzüge fahren werden, aber eben seltener als sonst. „In manchen S-Bahnen kann es sehr voll werden“, warnte der Bahnsprecher und empfahl, Alternativen zu suchen. Die Stadtbahnlinie U 11 fährt ab 8.45 Uhr vom Charlottenplatz und ab 9 Uhr vom Hauptbahnhof etwa alle zehn Minuten zum Stadion.

Tobias Herwerth, Sprecher des an der Organisation beteiligten VfB Stuttgart, bedauert die Einschränkungen. Er hofft aber, „dass mit dem Notfahrplan ein Großteil der Ticketbesitzer kommen kann“. Der VfB-Sprecher empfiehlt, „noch früher als bisher geplant anzureisen“.

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