OB Andreas Hesky (l.) lässt sich von Rudolf Schmidt die Nutzung erklären Foto: Jan Potente

Ein Parkhaus für Fahrräder – mit einiger Verspätung ist das so genannte Radhaus am Waiblinger Bahnhof am Samstag in Betrieb genommen worden. In den kommenden Wochen wird die Anlage getestet.

Waiblingen - Fast ein Jahr später als ursprünglich geplant ist am Samstagvormittag das Radhaus am Waiblinger Bahnhof in Betrieb genommen worden. „Ich glaube, es hat sich gelohnt, dass wir durchgehalten haben“, sagte Oberbürgermeister Andreas Hesky bei der Eröffnung. Schließlich sei das neue Fahrrad-Parkhaus ein „Vorzeigeprojekt in der Region“.

Eines, das eigentlich pünktlich zur Remstal-Gartenschau im vergangenen Frühjahr hätte fertig sein sollen. Doch die zuständige Firma, Nussbaum Technologies, hatte Schwierigkeiten, einen Stahlbauer für die Hülle des Bauwerks zu finden, wofür sich Seniorchef Hans Nußbaum bei der Eröffnung entschuldigte.

Platzsparende Variante

Die Gesamtkosten für das Fahrrad-Parkhaus, in dem 120 Räder Platz finden, belaufen sich laut Hesky auf 670 000 Euro, wobei der Verband Region Stuttgart das Projekt mit 394 000 Euro bezuschusst. Regionaldirektorin Nicola Schelling sagte, zu Park & Ride komme nun auch Bike & Ride, und zwar in einer „platzsparenden Variante“, die wiederum dem Oberbürgermeister auch optisch gefällt: Der große blaue Block sei ein „städtebaulicher Hingucker“, so Hesky. Die Technik sei ganz einfach – „man muss nur wissen, wie’s geht.“

Damit sich diejenigen, die das Radhaus nun in den kommenden Wochen im Probebetrieb testen, mit der Bedienung vertraut machen können, wird es am Montag ab 6 Uhr morgens und am Freitagabend ab 18 Uhr eine Einweisung geben, erklärte Rudolf Schmidt von der Parkierungsgesellschaft. Er ist für die technische Betreuung des neuen Gebäudes zuständig. Bis jetzt habe es noch gar keine Probleme gegeben – aber der Testbetrieb beginne ja auch erst. Momentan können die Stellplätze für einen Monat oder ein ganzes Jahr gemietet werden – zu fünf beziehungsweise 50 Euro. „Wir werden in der nächsten Sitzung des Aufsichtsrats einen Tagestarif beschließen“, kündigte Oberbürgermeister Hesky an.

Ein Code gegen Diebstahl

Dann können sich Fahrradfahrer auch spontan für eine Nutzung entscheiden – und das sei wichtig, sagte Andreas Schwager, ehrenamtlicher politischer Sprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Rems-Murr: „Die alten Fahrradständer hier am Bahnhof sehen nicht so vertrauenserweckend aus. Aber wenn ich Angst habe, dass mein Fahrrad hier geklaut wird, dann nutze ich es auch nicht.“ Auch die Angst vor Unfällen mit Autos halte viele Menschen davon ab, im Stadtgebiet Rad zu fahren. „Sie fühlen sich hier auf den Straßen nicht sicher“, erklärte Schwager. Deshalb sei neben dem Radhaus auch eine bessere Radwegeinfrastruktur notwendig. Er lobte die Stadt für ihre Bemühungen in dieser Hinsicht: „Man hat in jüngster Zeit mehr Interesse am Radverkehr und das spürt man“, so der politische Sprecher des ADFC.

Für mehr Sicherheit sorgte der Fahrrad-Club am Samstagvormittag selbst: mit einer Codieraktion. Dabei wird aus Adressdaten und Initialen des Eigentümers ein Code aus Zahlen und Buchstaben generiert und mithilfe eines Nadeldruckers in den Rahmen des Fahrrads gestanzt. „Rückwärts entschlüsseln kann ihn keiner, aber wenn die Polizei ein gestohlenes Rad sicherstellt, kann sie es mithilfe des Codes an den Eigentümer zurückgeben“, erklärte Schwager. Weitere Codieraktionen mit dem vom Landratsamt geförderten Gerät sind bereits geplant.

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