Wie es mit der Fahrradstation am Möhringer Bahnhof weitergeht, ist noch immer ungewiss. Foto: Alexandra Kratz

Die Lokalpolitiker drängen darauf, dass es einen Ersatz für die Fahrradstation am Bahnhof gibt.

Möhringen - Es ist bereits die dritte Absage gewesen. Und das trage nicht gerade zur guten Stimmung bei. Das hat die Bezirksvorsteherin Evelyn Weis den Vertretern der Strenger-Gruppe und der Bietigheimer Wohnbau in einer Mail geschrieben. Die Investoren hätten eigentlich in der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirats über die Pläne für die noch freien Flächen am Möhringer Bahnhof berichten sollen. Doch zwei Tage vor der Sitzung sagten die Grundstückseigentümer ihre Teilnahme wieder einmal ab.

Konkret geht es um zwei Flächen südlich der Gleise. Auf der einen steht derzeit die Fahrradstation. Der Investor plant dort einen Neubau mit 22 Eigentumswohnungen. Das bestätigte Harald Wegmann im Mai gegenüber unserer Zeitung. Er ist Abteilungsleiter bei der Bietigheimer Wohnbau. Fakt ist, dass wenn das Grundstück neu bebaut wird, die Fahrradstation weichen muss. Die andere Fläche befindet sich gegenüber dem Bürgerhaus. Im Mai hatten die Investoren für dieses Grundstück lediglich den Plan, es zu verkaufen.

Eigentümer haben ihr Konzept dem Baurechtsamt vorgestellt

Der Bezirksbeirat fordert vor allem zwei Dinge. Zum einen will er, dass es einen Ersatz für die Fahrradstation Möhringen gibt. Zum anderen wünschen sich die Lokalpolitiker, dass sich am Ende der Filderbahn­straße als Möhringer Einkaufsstraße ein sogenannter Ankermieter ansiedelt. Also ein Geschäft, das möglichst viel Laufkundschaft in den Stadtteil bringt, wovon dann auch andere Läden profitieren könnten.

Evelyn Weis verkündete in der Sitzung des Bezirksbeirats im Auftrag der Verwaltung, dass der Eigentümer einen Termin beim Baurechtsamt gehabt und sein Konzept vorgestellt habe. Dieses werde nun geprüft und das Ergebnis dann im Bezirksbeirat vorgestellt. „Von der Vorgabe, dass es mindestens 20 Prozent Gewerbe geben muss, rückt die Stadt nicht ab“, zitierte die Bezirksvorsteherin die zuständigen Ämter.

Die Lokalpolitiker sind verärgert

Der Unmut bei den Lokalpolitikern war dennoch groß. „Wir bedauern es sehr, dass die Investoren den Termin hier im Bezirksbeirat erneut abgesagt haben und wollen, dass dieser zeitnah nachgeholt wird“, sagte Fred Wagner. Der CDU-Bezirksbeirat ergänzte: „Das Ende der Filderbahnstraße liegt uns am Herzen. Wir wollen, dass dort auch tatsächlich der notwendige Endpunkt in Sachen Gewerbe gesetzt wird.“ Dieter Bernhardt (SPD) fand die erneute Absage der Investoren „fast ein bisschen ärgerlich“. Wir haben den Bericht schon vor mehreren Monaten gefordert. Ich habe mittlerweile den Eindruck, dass man den Termin vor sich herschiebt“, sagte Bernhardt. Er forderte eine „gute Lösung für Möhringen“. Der Bezirksbeirat wolle vermeiden, dass die Investoren mit der Verwaltung gemeinsame Sache machen und den Lokalpolitikern dann nur noch das Ergebnis präsentieren.

Um das zu verhindern, hatten die Grünen einen Antrag vorbereitet. Sie könnten sich vorstellen, die Unterführung am Möhringer Bahnhof aufzugeben und auf dieser Fläche ein Fahrradparkhaus nach Offenburger Vorbild zu bauen. In Offenburg gibt es einen Turm mit fünf Etagen und einer Grundfläche von nur 55 Quadratmetern. Das Parkhaus kostete etwa 350 000 Euro und wurde als innovatives Projekt zu 50 Prozent von Land und Bund gefördert.

Ein Fahrradturm nach Offenburger Vorbild

Die Grünen-Bezirksbeirätin Monika Herrmann-Lobreyer brachte den Offenburger Turm und die Unterführung ins Spiel. „Wir wollen, dass das geprüft wird, weil es gegebenenfalls Fördermöglichkeiten für den Bau einer Fahrradstation gibt“, sagte sie. Sie verwies auch auf das Gleisdreieck mit dem Studentenwohnheim. Im Erdgeschoss gebe es freie Flächen, welche die Neue Arbeit als Betreiber der Radstation gegebenenfalls anmieten könnte. Darüber hinaus forderten die Lokalpolitiker die Stadt dazu auf, ihrerseits noch einmal intensiv nach einem neuen Standort für die Fahrradstation zu suchen Schließlich habe die Verwaltungsspitze das zugesagt. Und schließlich hätten bei der Unterschriftenaktion für den Erhalt der Fahrradstation bereits 1400 Menschen ihren Namen auf die Listen gesetzt. Der Bezirksbeirat nahm den Antrag aus der Feder der Grünen einstimmig an.

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