Am Bahnhof Feuerbach verzögern sich die Bauarbeiten. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Eigentlich wollte die Bahn am Donnerstag damit beginnen, im Bahnhof Feuerbach das Gleis 1 nach Gleis 2 zu verschwenken. Daraus wird nun nichts.

Stuttgart - Eigentlich wollte die Bahn am Donnerstag damit beginnen, im Bahnhof Feuerbach das Gleis 1 nach Gleis 2 zu verschwenken. Das ist wegen der Arbeiten für Stuttgart 21 notwendig. Am Donnerstagnachmittag setzte die Bahn jedoch eine Mitteilung ab, wonach die Gleisbauarbeiten „aufgrund der anhaltenden Witterungslage mit hohen Minusgraden“ abgesagt werden müssten. Die bis Sonntag geltenden Einschränkungen für den Zugverkehr – betroffen sind Fern- und Regionalzüge sowie die S 4, S 5, S 6/S 60 – könnten jedoch nicht rückgängig gemacht werden. Die Folge: Es wird nicht gearbeitet, die massiven Störungen gibt es aber dennoch.

Nach Angaben der Bahn sei es nicht mehr möglich gewesen, auf die Absage zu reagieren. „Aufgrund der Kurzfristigkeit der abgesagten Arbeiten lassen sich für das kommende Wochenende die Umlaufpläne für Züge und S-Bahnen sowie die Dienstpläne für das Personal nicht mehr an die geänderten Gegebenheiten anpassen“, erklärte ein Sprecher. Die S-Bahnen, die nur im Halbstundentakt fahren, können jedoch in Feuerbach und Zuffenhausen an den gewohnten Bahnsteigen halten. Zusätzlich werde am Freitag ein S-Bahnzug bereitgestellt, der bei hohem Fahrgastaufkommen eingesetzt werden könne, so die Bahn.

Verband Region Stuttgart reagiert mit „Unverständnis“

Aber auch das hat den Unmut beim Verband Region Stuttgart nicht verringert, der für den S-Bahn-Verkehr politisch zuständig ist. Mit „absolutem Unverständnis“ und „großer Verärgerung“ habe man die Absage „zur Kenntnis genommen“, heißt es in einer Erklärung. „Die Kurzfristigkeit der Entscheidung ist kaum nachvollziehbar, da die aktuelle Witterung absehbar war“, sagte die Regionaldirektorin Nicola Schelling. Wenn man bei absehbar winterlichen Temperaturen am Tag des Baustarts witterungsbedingt absage, „dann ist bei der Professionalität noch Luft nach oben“. Deshalb könne ein regulärer S-Bahnverkehr nicht so rasch wie möglich aufgenommen werden. „Das ist eine Zumutung für die Fahrgäste, die nicht zu vermitteln ist“, sagte Schelling, die auch darauf verwies, dass die Arbeiten nun nachgeholt werden müssten, was dann wieder zu massiven Störungen des S-Bahn-Verkehrs führen werde.

Wann die Verschwenkung der stadteinwärtsführenden Gleises an den Mittelbahnsteig stattfindet, steht laut Bahn noch nicht fest. Das ist aber Voraussetzung für den Bau eines weiteren S-21-Tunnelabschnitts im Baufeld des Gleises 1. Aufgrund dieser Arbeiten stehen zeitweilig nur zwei statt vier Gleise zwischen Zuffenhausen und Nordbahnhof zur Verfügung. Deshalb hatte die Bahn angekündigt, dass es bis Anfang März vor allem an Wochenenden zu Einschränkungen kommen werde.

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