Die Ampel steht zwischen Mercaden und dem Bahnhof Böblingen. Foto: factum/Granville

Zwischen dem Böblinger Bahnhof und dem Einkaufszentrum Mercaden wurde eine neue Ampel errichtet – obwohl dort ein Tempolimit von 20 Stundenkilometern gilt.

Böblingen - Eigentlich gilt in der Talstraße zwischen dem Böblinger Bahnhof und dem Einkaufszentrum Mercaden bereits ein Tempolimit von 20 Stundenkilometern. Trotzdem hat die Stadt Böblingen an dieser Stelle nun eine neue Ampelanlage errichtet. Das sei kein Widerspruch, sagte der Böblinger Stadtsprecher Wolfgang Pfeiffer. „Die Ampel ist für blinde und sehbehinderte Menschen gedacht.“ Sie sei daher auch nicht permanent aktiviert, sondern schalte sich nur auf Knopfdruck ein. Die Bitte für den Bau der neuen Ampel sowie weiterer Hilfsmittel zur Orientierung in der Bahnhofstraße sei von Blinden- und Sehbehindertenverbänden gekommen, so Pfeiffer. „Wir konnten den Bedarf dafür ursprünglich nicht abschätzen.“ Deshalb habe man bei der Konzeption des neuen Bahnhofsvorplatzes zunächst keine Ampel vorgesehen gehabt. Nun habe man die Argumente der Verbände aber aufgenommen und sich zu dem Bau entschlossen.

Ampel soll noch in der kommenden Woche in Betrieb gehen

100.000 Euro hat die Stadt dafür in die Hand genommen. Darin war auch der barrierefreie Umbau einer Haltestelle am benachbarten Busbahnhof sowie die Installation von Blindenleitlinien im Boden enthalten. „Sie wurden von einer Spezialfirma in den Bodenbelag gefräst“, sagte Pfeiffer. In ihnen könne der Taststock eines sehbehinderten Menschen entlanggleiten.

Die neuen Linien führen vom Bahnhof zur Ampel und weiter in die Bahnhofstraße hinein. Dort sind sie immer an jenen Stellen vorhanden, an denen eine Orientierung an den Fronten der Gebäude nicht möglich ist, wie beispielsweise an Kreuzungen. Sie sollen sehbehinderte Menschen bis zur Ampel am Ende der Fußgängerzone und schließlich zum Elbenplatz leiten. Nachdem am Wochenende die Fahrbahnmarkierungen im Bereich der neuen Ampel vorgenommen wurden, soll sie noch in der kommenden Woche in Betrieb gehen, sagte der Stadtsprecher Wolfgang Pfeiffer.

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