Die Bahn arbeitet derzeit an verschiedenen Stellen im Netz rund um Stuttgart. Im Oktober ist der Abschnitt zwischen Zuffenhausen und Feuerbach an der Reihe. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Im Oktober macht sich die Deutsche Bahn an den Gleisen zwischen Zuffenhausen und Feuerbach zu schaffen. Das hat Folgen für die Fahrgäste – vor allem bei der S-Bahn. Aber auch der Regionalverkehr sowie der nationale und internationale Fernverkehr ist betroffen.

Die nächsten Einschränkungen im Bahnverkehr rund um Stuttgart zeichnen sich ab. Im Oktober ist vor allem der Norden der Landeshauptstadt betroffen. Dann baut die Bahn zwischen Feuerbach und Zuffenhausen. Zwei der vier dort verlaufenden Gleise sind vorübergehend außer Betrieb – mit Folgen für alle Reisenden, seien sie mit der S-Bahn oder mit Zügen des Regional- oder Fernverkehrs unterwegs.

 

Die Erneuerung von Gleisen und Weichen sowie die Arbeiten an der Oberleitung und die künftige digitale Steuerungstechnik beginnen im Norden der Stadt am Montag, 2. Oktober und dauern bis zum 26. Oktober an. Eigentlich hätten die Eingriffe bereits im Frühjahr über die Bühne gehen sollen, doch dann sperrte die Bahn mit nur kurzer Vorwarnzeit die Strecke zwischen Bad Cannstatt und Waiblingen und machte damit ihren eigenen Zeitplan für die Arbeiten im Norden obsolet. Wir geben einen Überblick über die Folgen.

Was bedeutet das für die S-Bahn?

Betroffen sind dieses Mal die drei Nordlinien der S-Bahn, die S 4, die S 5 und die S 6/S 60. Letztere wird gekürzt und pendelt im 30 Minuten-Takt nur zwischen Zuffenhausen und den Endpunkten in der Region. Die S 4 und S 5 fahren alle 30 Minuten zwar ihren normalen Linienweg, lassen aber den Halt in Feuerbach aus. In Zuffenhausen halten sie an den Fernbahnsteigen. Die Ankündigung, Feuerbach für einen Monat vom S-Bahnnetz abzuhängen, war im Stadtbezirk und bei der Firma Bosch als großem Arbeitgeber vor Ort mit Verwunderung zur Kenntnis genommen worden. Als Alternative lässt die Bahn im Zehn-Minuten-Takt Ersatzbusse zwischen den Bahnhöfen Feuerbach und Zuffenhausen pendeln, die auch am Werkstor von Bosch halten.

Was passiert beim Fernverkehr?

Die Sperrung hinterlässt auch ihre Spuren im Fahrplan des nationalen und internationalen Fernverkehrs. Die stark nachgefragte Verbindung nach Paris hält während der gesamten Bauphase nicht in Stuttgart. Die TGV- und ICE-Züge an die Seine beginnen erst in Karlsruhe. Die ICEs zwischen Nordrhein-Westfalen und München, die auch am Frankfurter Flughafen halten, machen einen Bogen um Stuttgart. Als alternative Zustiegsmöglichkeit verweist die Bahn auf Vaihingen (Enz) oder Esslingen. Die ICE-Linie Karlsruhe-München hält ebenfalls nicht in Stuttgart. Sie wie auch die Intercitys zwischen Frankfurt und München legen stattdessen einen Stopp in Esslingen ein.

Welche Folgen gibt es für den Regionalverkehr?

Auch Regionalzuglinien sind von den Einschränkungen betroffen. Die Linie MEX 12 wird auf ihrem Weg von Tübingen nach Heilbronn zweigeteilt. Es fahren Züge zwischen Stuttgart und Tübingen sowie zwischen Bietigheim und Heilbronn. Der MEX 18 Tübingen-Heilbronn/Osterburken fährt um Stuttgart herum und hält Ersatzweise in Kornwestheim. Die Linie MEX 17 beginnt ihre Fahrt nach Pforzheim erst in Bietigheim-Bissingen. Die Regionalzüge der Linie RB 11 über die Schusterbahn zwischen Kornwestheim und Untertürkheim entfallen ganz.

Was gilt für die Anwohner?

Der Bahn hängt der Zeitplan insbesondere beim Einbau der digitalen Sicherungstechnik ETCS im Nacken, die zumindest für die S-Bahn im September 2025 in Betrieb gehen soll. Deswegen, aber auch um die Sperrzeit möglichst kurz zu halten, wird auch nachts und an den Wochenenden gearbeitet. Die Bahn nutzt zudem die Gelegenheit, um eine echte Altlast zu beseitigen. Das Bahnhofsdach an Gleis 1 in Feuerbach, das bei einem spektakulären Unfall in Mitleidenschaft gezogen wurde, als im November 2012 sich mehrere Güterwaggons selbstständig machten und in das Dach krachten, soll nun in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden.