Um die künftige Führung der Gäubahn wird gerungen. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Die Idee eines neuen Bahntunnels auf den Fildern wird konkreter. Die Bahn will die Projektpartner am kommenden Freitag beim Lenkungskreis informieren.

Stuttgart - Wird Stuttgart 21 im Bereich des Flughafens und der Filder nochmals deutlich umgeplant und erweitert? Seit vergangenen Freitag hat die Wahrscheinlichkeit zugenommen. Weil der Bund die Gäubahn Richtung Schwarzwald, Bodensee und Schweiz im Rahmen des sogenannten Deutschland-Takts ausbauen will, könnten sich auch die bisherigen Überlegungen wie die Gäubahnzüge in Stuttgart-21-Streckennetz eingeführt werden, erübrigt haben.

 

Bahn will im Lenkungskreis informieren

Steffen Bilger (CDU), Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, hat Ende vergangener Woche erklärt, die Kostenabgrenzung zwischen dem bundesfinanzierten Gäubahnausbaus und dem von den Projektpartnern bezahlten Vorhaben Stuttgart 21 sei gelungen. Damit könnten die Vorplanungen für einen gut elf Kilometer langen Tunnel zwischen dem Flughafen und der Gäubahnstrecke aufgenommen werden. Die Röhren würden den bisher unter der Bezeichnung 1.3b geplanten Abschnitt von Stuttgart 21 ersetzen. Um die Verträge zu ändern, braucht es das Einvernehmen aller Projektpartner bei S 21, also Bahn, Land, Stadt und Region. Die Einigung bei der Kostenabgrenzung ist zwischen dem Bund und der Bahn erfolgt. Die Bahn will das nicht weiter kommentieren. Sie wolle „ zunächst unsere Projektpartner im nächsten Lenkungskreis informieren“, sagt ein Projektsprecher.

Stadt und Region warten auf Infos

Darauf setzt man auch bei Stadt und Region. Beim Treffen am 15. Oktober wolle man mehr zur Kostenabgrenzung erfahren. „Welche Folgen sich daraus ergeben und eventuelle weitere Schritte, werden im Anschluss zwischen den Projektpartnern abgestimmt“, sagt ein Stadtsprecher. Die Einigung sei ein wichtiger Punkt gewesen, um den Gäubahntunnel voranzubringen, sagt Regionalpräsident Thomas Bopp (CDU). Die Regionalversammlung habe bereits im vergangenen Herbst beschlossen, dass es bei einer Finanzierungszusage und einem annehmbaren Zeitplan für den Gäubahntunnel s nicht an der Region scheitern solle. „Mit dem Tunnelvorschlag gibt es erstmals eine ernst zu nehmende Aussicht auf einen Ausbau der Gäubahn“, sagt er. Zudem vermeide diese Lösung, dass sich Züge des Fern- und Regionalverkehrs mit den S-Bahnen auf den Fildern ins Gehege kommen. Das Landesverkehrsministerium reagierte auf Anfrage unserer Zeitung nicht. Für den Flughafen habe „die bestmögliche Anbindung des Regional- und Fernverkehrs an den Airport in der Summe oberste Priorität. Auf welchen Wegen dieses Ziel zu erreichen ist, hat die DB als verantwortliche Bauträgerin zu entscheiden, auch in Abstimmung mit ihren Projektpartnern“, sagt Flughafen-Sprecher Johannes Schumm.

Erste Gleise für Stuttgart 21

Während also an der südlichen Flanke des Milliardenprojekts noch vieles im Vagen ist, will die Bahn im Norden Baufortschritt dokumentieren. In Feuerbach sollen kommende Woche die ersten Gleise für Stuttgart 21 öffentlichkeitswirksam angeliefert werden.