Der Südflügel des Stuttgarter Hauptbahnhofs: Sind seine Tage gezählt? Foto: dpa

Bis Jahresende will Projektleiter Penn im Plan sein - dann muss auch der Südflügel verschwinden.

Stuttgart- Der neue Projektleiter des umstrittenen Bahnprojekts Stuttgart 21, Stefan Penn, will bis Ende des Jahres wichtige Vorbereitungsarbeiten für den Bau des Tiefbahnhofs abgeschlossen haben. Dazu zähle auch der Abriss des Südflügels, sagten Penn und Projektsprecher Wolfgang Dietrich am Donnerstag in Stuttgart unter Berufung auf die aktuelle Planung.

"Irgendwann muss man an die Sache ran"

„Irgendwann muss man an die Sache ran“, sagte Penn. „Ich kann erst eine Logistikstraße bauen, wenn der Südflügel weg ist, ich kann kein Technikgebäude bauen, wenn ich kein Grundwasser abführen kann."

Die Forderung der Regierung, den Südflügel bis zu einer möglichen Volksabstimmung Ende des Jahres stehen zu lassen, wies Stuttgart-21-Projektsprecher Wolfgang Dietrich von sich. „Man kann nicht ernsthaft über einen Baustopp bis zur Volksabstimmung nachdenken, wenn überhaupt nicht klar ist, ob und wann die Volksabstimmung kommt“, sagte er.

Am Mittwoch hatte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) an die Bahn appelliert, den Südflügel bis zu einer geplanten Volksabstimmung im Herbst nicht abzureißen. Die Regierung plant eine Volksabstimmung für Ende November oder Anfang Dezember. Kretschmann hatte am Mittwoch angekündigt, er wolle sich dem Bürgerwillen bei Stuttgart 21 ohne Wenn und Aber beugen.

"Parkschützer" wollen Protest intensivieren

Indes kündigten die Stuttgart-21-Gegner an, ihren Widerstand gegen das umstrittene Bahnprojekt wieder zu intensivieren. Am Freitag seien zwei Demonstrationen in der Landeshauptstadt geplant, teilten die „Parkschützer“ am Donnerstag mit. Zudem soll in der kommenden Woche neben der traditionellen Montagsdemonstration am 26. August noch eine Großdemonstration stattfinden.

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