Auf der Fläche im Vordergrund vor den Gleisen will die Bahn einen 23 Meter hohen Bau errichten. Foto: Archiv

Ebenso hoch wie das Salamander-Areal soll ein neuer Bau der Bahn in Kornwestheim (Kreis Ludwigsburg) werden. Die Stadt ist dagegen, eine Genehmigung gibt es nun trotzdem.

Die Planungen für ein neues großes Gebäude am Personenbahnhof in Kornwestheim nehmen weiter Gestalt an. Das Eisenbahnbundesamt hat kürzlich entsprechende Pläne der Deutschen Bahn genehmigt. Entstehen soll gegenüber dem Salamander-Areal zwischen den Gleisen und der Eastleighstraße eine „Digitale Steuerzentrale“.

 

Die Pläne der Bahn sind der Stadt ein Dorn im Auge. Das vierstöckige Gebäude soll 23 Meter hoch werden – wie das Salamander-Areal auf der gegenüberliegenden Seite der Gleise. Der Erste Bürgermeister Daniel Güthler nannte die Pläne eine „städtebauliche Katastrophe“ und das geplante Gebäude einen „Klotz“. Die Stadt könnte sich an der prominente Stelle eine andere Bebauung sehr gut vorstellen.

Seit Jahren gibt es deswegen Verhandlungen zwischen Bahn und Stadt. Die Stadt versuchte erst fernab der Öffentlichkeit den Bau zu verhindern, im Spätsommer 2025 machte man den Konflikt aber öffentlich.

Ähnlich wie der Standort in Waiblingen könnte das geplante Gebäude in Kornwestheim aussehen. Foto: Oliver von Schaewen

Der Bahn gehört das Grundstück und das neue Gebäude ist Teil der Digitalisierung der Stellwerkstechnik in der Region, eine Zustimmung der Stadt ist für den Bau nicht notwendig. Die Notwendigkeit eines solchen Gebäudes zieht bei der Stadt auch niemand in Zweifel. Nur die Art des Baus und der genaue Standort sind Gegenstand von Kritik. Die Stadt hatte auch Alternativflächen angeboten, die Bahn diese aber abgelehnt.

Nun also hat das Eisenbahnbundesamt die Pläne genehmigt. Und das sogar mit kaum merklichen Auflagen. So soll bei der Fassadengestaltung die Stadt miteinbezogen werden. Auch sollen Stadt und Anwohner über den Baubeginn unterrichtet werden.

Kein Statement vom Rathaus

Im Kornwestheimer Rathaus möchte man sich noch nicht zur erteilten Genehmigung äußern. Schwer vorstellbar scheint, dass das Rathaus die Pläne einfach so akzeptiert. Hatte man zuvor doch an allen möglichen Stellen um Unterstützung zur Verhinderung des Baus geworben. Verantwortliche bei Region und Land wurden kontaktiert, aber wohl ohne Erfolg.

Im Gemeinderat teilte man vergangenes Jahr die Auffassung der Stadtverwaltung. Auch der Klageweg ist wohl nicht ausgeschlossen, da die städtischen Einwendungen beim Eisenbahnbundesamt fast vollständig verpufften oder wegen der größeren Bedeutung der Bahnpläne für die kritische Infrastruktur kassiert wurden.

Die Bahn gibt sich hinsichtlich der Termine für Baustart und Fertigstellung schmallippig. Dazu könne man vor Ausschreibung und Auftragsvergabe nichts sagen, heißt es von einem Sprecher. Immerhin ist nun klar, wie es unmittelbar weitergeht. „Nach der kürzlich ergangenen Plangenehmigung beginnen wir in diesem Jahr damit, den Bau vorzubereiten. Unter anderem bauen wir nicht mehr benötigte Gleise und den auf dem Baufeld befindlichen alten Gebäudebestand zurück. Zudem passen wir Teile der Oberleitungsanlage an“, sagt ein Bahn-Sprecher.