Ein neuer barrierefreier ICE L bei der Probefahrt auf der Geislinger Steige: Diese Züge werden ab dem Sommer 2026 von Stuttgart nach Oberstdorf fahren. Foto: Raphael Krammer/CC BY 4.0

Die Deutsche Bahn hat jetzt die Änderungen im Fernverkehr ab dem Fahrplanwechsel im Dezember bekannt gegeben. Neben schon Bekanntem gibt es ein paar Überraschungen.

Vor einigen Tagen hat unsere Zeitung bereits exklusiv von einem neuen Sprinter-ICE zwischen Stuttgart und Berlin nach dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember berichtet. Nun hat die Deutsche Bahn in ihrer offiziellen Pressemitteilung diese Angaben und auch die genannten Fahrzeiten bestätigt.

 

Neuer Sprinter nach Berlin kommt definitiv

Abfahrt morgens ist um 7.03 Uhr in Stuttgart, die Ankunft in Berlin ist um 11.47 Uhr. Zurück geht es abends von Berlin um 16.12 Uhr, Stuttgart erreicht man um an 20.57 Uhr. Damit ist man zwischen Stuttgart und Berlin mit rund 4 Stunden 45 Minuten Fahrtzeit eine Stunde schneller als die bisherigen zweistündlichen Direktverbindungen über Frankfurt. Auch von und nach Nürnberg sinkt die Fahrtzeit auf weniger als zwei Stunden.

Die Bahn weist nun aber – durchaus unerwartet – zusätzlich darauf hin, dass auch die bestehenden Umsteigeverbindungen etwa von Stuttgart und Aalen über Nürnberg nach Berlin um 20 bis 30 Minuten beschleunigt werden. Damit erreicht man hier eine Fahrzeit zwischen Stuttgart und Berlin von 5 Stunden 15 Minuten. Die Pressemitteilung wird hier nicht präziser, aber das gelingt wohl durch eine Verkürzung der bisher langen Umsteigezeit in Nürnberg.

Jede halbe Stunde nach Mannheim und weiter nach Göttingen

Doch es gibt im Fernverkehr noch eine Reihe von anderen Änderungen. Alle halbe Stunde fahren ICE-Züge von Mannheim jeweils nach Stuttgart und nach Frankfurt sowie Göttingen (teils mit Umstieg in Fulda). Das wird deshalb möglich, weil ein Teil der ICE-Züge nach Hamburg nicht mehr den Umweg über Frankfurt Flughafen fährt.

Der ICE aus München über Ulm, Stuttgart und Mannheim nach Amsterdam fährt künftig zwei Stunden früher um 16.26 Uhr ab Stuttgart und kommt entsprechend auch früher in Amsterdam um 21.29 Uhr an.

Alle zwei Stunden an den Rhein und die Ruhr

Durchgehend zweistündlich geht es von Stuttgart und Mannheim in den Ballungsraum Rhein/Ruhr. Ein bisherige Taktlücke am frühen Nachmittag wird geschlossen. Auf der Achse NRW–Koblenz–Mainz–Mannheim fahren zwei Eurocity-Zugpaare nicht mehr wie bisher Richtung Schweiz weiter, sondern erreichen über Heidelberg dann Stuttgart. Auch das ermöglicht nun am frühen Nachmittag einen durchgehenden Takt. Die Bahn hofft, dass dies den Betrieb stabiler macht.

Erhalten bleibt das Direktzugpaar Nordrhein-Westfalen-Stuttgart–Oberstdorf. Ab dem kommenden Sommer kommen dort die neuen ICE L zum Einsatz, die barrierefrei zugänglich sind und ein Bordrestaurant bieten. Wegen zu niedriger Bahnsteige müssen dann allerdings die bisherigen Halte in Göppingen und Plochingen entfallen. Angesichts gestrichener Direktzüge in andere Urlaubsregionen war dies nicht mehr sicher so zu erwarten.

Abstriche bei einzelnen Verbindungen

Es gibt aber auch Abstriche, vor allem bei einzelnen Fahrten. Tübingen und Plochingen verlieren das aktuelle Intercity-Zugpaar aus Nordrhein-Westfalen, das künftig nicht weiter als Stuttgart verkehrt. Auch der österreichische Railjet zwischen Frankfurt, Stuttgart, Friedrichshafen und Innsbruck wird gestrichen. Es gibt zudem morgens und abends von Mannheim, Stuttgart und Ulm morgens und abends keine ICE-Direktverbindung nach Innsbruck mehr.

Andere, laut DB eher schwach genutzte Einzelfahrten zwischen Stuttgart, Rhein/Neckar und Rhein/Main entfallen ebenfalls – etwa ein ICE um 16.23 Uhr ab Stuttgart nach Wiesbaden. Dies sind allerdings im Vergleich zu anderen Landesteilen eher geringe Einschnitte. Wegen Einschränkungen aufgrund der verspäteten Inbetriebnahme des Rastatter Tunnels zum Fahrplan 2027 verliert Baden-Baden für ein Jahr beispielsweise ein Drittel seiner ICE-Halte.

Der neue Fahrplan ist vom 15. Oktober an online einsehbar. Dann können auch Fahrkarten für die Zeit nach dem Fahrplanwechsel gekauft werden.