Bäume verdecken die Werbesäule, daher erhält die Stadt kein Geld. Foto: Leif Piechowski

Zwei Bäume, die an der Hauptstätter Straße für Autofahrer den Blick auf eine Werbesäule verdecken, bleiben vorerst stehen. Zunächst muss die Stadtverwaltung Standorte für Ersatzpflanzungen finden. Wegen der Bäume zahlt die Werbefirma keine Pacht an die Stadt.

Zwei Bäume, die an der Hauptstätter Straße für Autofahrer den Blick auf eine Werbesäule verdecken, bleiben vorerst stehen. Zunächst muss die Stadtverwaltung Standorte für Ersatzpflanzungen finden. Wegen der Bäume zahlt die Werbefirma keine Pacht an die Stadt.

Stuttgart - Wer im Stuttgarter Gemeinderat öde Debatten beleben will, braucht nur zwei Worte: „Baum“ und „fällen“. Dann ist die volle Aufmerksamkeit auch nach drei Stunden wieder hergestellt.

Technikbürgermeister Dirk Thürnau (SPD) gelang der Weckruf im Technikausschuss des Rates perfekt. Die Grünen opponierten gegen das Fällen von 23 Bäumen auf der Waldau für das modernisierte Kickers-Stadion. Sechs fallen für eine Parkplatz, auf dem auch künftige Vips ihre Karossen abstellen dürfen. „Wir gehen da nicht mit“, sagte Beate Schiener für die Öko-Fraktion. Bisschen spät, befand Thürnau, schließlich hätten die Grünen der Gesamtplanung längst zugestimmt, und die habe sich „um kein Jota geändert“. Bis 28. Februar wird nun gefällt, im Wald Ersatz gepflanzt. „23 Bäume? Lächerlich!“, rieb FW-Stadtrat Joachim Fahrion den Grünen Salz in die Wunde.

Das Baumthema war damit nicht am Ende. An der Hauptstätter Straße beim Österreichischen Platz stünden zwei im Weg, Autofahrern sei damit der Blick auf eine Mega-Werbesäule versperrt, die Werbefirma zahle daher nicht, die Stadt könne aber bis zu 35 000 Euro erlösen, trug Tiefbauamtsleiter Wolfgang Schanz vor.

Grünen-Stadtrat Michael Kienzle hörte aus dem Vortrag „eine gewisse Ironie“. Baume stellten „einen öffentlichen Wert dar“, erklärte er säuerlich, in der City gebe es immer weniger. Thürnau stand nicht auf Grundsatzdebatten. „Absägen oder nicht? Wir haben nur noch bis 28. Zeit“, drängelte er. „Ach was, weg!“ grummelte Fahrion. Doch daraus wird so schnell nichts. Die zweite Runde im beliebten Fäll-Spiel ging an die Grünen. „Haben sie einen Vorschlag für Ersatzpflanzungen?“, fragte Kienzle den Bürgermeister. Die anderen Fraktionen stimmten ein. Geld für vier, fünf neue Bäume sei durch die Werbesäule ja da, sagte CDU-Chef Alexander Kotz. Ersatzbäume? Thürnau musste passen: „2015, das schaffen wir vorher nicht“, gab er sich geschlagen.

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