Viel Grau, wenig Grün im Europaviertel: Die Verwaltung will die Lissabonner Straße durch die Pflanzung von Purpurerlen bunter gestalten. Foto: /Cedric Rehman

Die Stadt Stuttgart will elf Purpurerlen an der Lissabonner Straße pflanzen. Zunächst sollte der Stockholmer Platz Standort für die neuen Bäume sein. Doch im Untergrund verlaufen wichtige Leitungen.

S-Mitte - Alnus spaethii lautet der botanische Name der Purpurerle. Sie gilt als genügsamer Stadtbaum. Die Purpurerle wächst schnell und zeigt sich robust bei verschiedenen Witterungen.

Die Stadtverwaltung will von kommendem Frühjahr an elf Purpurerlen an der Lissabonner Straße pflanzen. Außerdem werden Mitarbeiter der Stadt 3300 Blumenzwiebeln rund um die Bäume setzen. Die Baumbeete sollen so konstruiert werden, dass ein Teil der Bewässerung verdunsten und so zur Kühlung in heißen Sommermonaten beitragen kann, erklärte Fridtjof Harwardt von der Abteilung Baumverwaltung der Landeshauptstadt Stuttgart.

Die Lissabonner Straße sei allerdings nicht die erste Wahl gewesen für neue Baumstandorte, erklärte der Vertreter der Verwaltung. Zunächst sei an eine Bepflanzung des Stockholmer Platzes gedacht worden, erklärt Harwardt. „Wir haben dann aber festgestellt, dass wichtige Leitungen für Strom, Gas und Fernwärme unter dem Platz verlaufen und Baumpflanzungen unmöglich machen“, sagt er.

Bezirksvorsteherin kritisiert Planung

Die Bezirksbeiräte zeigten sich unzufrieden darüber, dass der Stockholmer Platz nicht mit Bäumen bepflanzt werden kann. Auch Bezirksvorsteherin Veronika Kienzle merkte an, dass die Möglichkeit zu Baumpflanzungen bei den Planungen für das Europaviertel hätte bedacht werden können. Sie regte an, dass die Verwaltung bei künftigen Vorhaben darauf achten soll, dass genügend Platz für Bäume vorhanden ist.

Die Grünen-Bezirksbeirätin Christa Bauer schlug vor, eine andere Form der Begrünung des Stockholmer Platzes vorzunehmen. In der Debatte unerwähnt blieb, dass Purpurerlen Allergikern Probleme bereiten können. Gerade weil die Baumart sich als resistent gegen kalte Witterung erweist, beginnt sie bisweilen bereits im Dezember zu blühen. In einigen Städten gab es deshalb Kontroversen um das Anpflanzen von Purpurerlen.

Grünen-Politiker vermisst Engagement

Auch andere Bäume verströmen Pollen

Fridtjof Harwardt erklärt auf Nachfrage, dass viele als Stadtbäume beliebte Birkengewächse allergische Beschwerden auslösen können. „Sie werden dennoch gepflanzt“, sagt er. Die Stadt müsse abwägen, welche Baumart an einem bestimmten Standort sinnvoll und gegenüber dem Klimawandel möglichst resistent sei. „Das ist immer ein Kompromiss“, meint der Mitarbeiter der Stadtverwaltung.

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