Foto: Simon Granville

Von September an gelten in den Leonberger Bädern und in der Sauna neue Tarife: die erste Preiserhöhung seit neun Jahren. Was die Gäste jetzt bezahlen müssen.

Noch bis Anfang September können Wasserratten für 5 Euro am Tag im Leobad ihre Bahnen ziehen oder auf den großflächigen Liegewiesen entspannen. Ab dem 9. September sind dann 5,50 Euro für einen Tag im Freibad fällig. Der gleiche Tarif gilt auch im Hallenbad, wenn dies nach der Freibad-Saison wieder öffnet. Der Gemeinderat hat diese erste Tariferhöhung seit neun Jahren mit deutlicher Mehrheit beschlossen.

 

Auch die Freunde des gepflegten Schwitzens müssen tiefer in die Tasche greifen, wenn in der städtischen Sauna nach der Sommerpause die Öfen aufgeheizt werden. Die Drei-Stunden-Karte kostet von jetzt an 12 statt bisher 10 Euro. Der Preis für die Tageskarte wird um 3 auf dann 17 Euro erhöht. Die Nachzahlung für jeweils 30 Minuten bleibt mit 1 Euro unverändert.

Von 3,50 Euro auf 4 Euro angehoben werden die Abendtarife sowohl im Leobad als auch im Hallenbad. Der nur im Hallenbad gültige Sporttarif für 90 Minuten kostet jetzt 4 Euro. Ermäßigte Karten für Kinder gibt es künftig für 3,50 Euro.

Die Bäder in unmittelbarer Umgebung sind zumeist günstiger. Im Renninger Freibad kostet der ganze Tag 4 Euro, ins Mönsheim leidglich 3,50 Euro. In Ditzingen können die Gäste für 5 Euro den ganzen Tag ins Hallenbad, in die Sauna ganztags für 12 Euro. Böblingen und Ludwigsburg nehmen ähnliche Schwimmtarife wie Leonberg, die dortigen Saunen sind teurer. Nur in Sindelfingen gibt es Badefreuden drinnen oder draußen für jeweils 4,50 Euro am Tag deutlich günstiger

Attraktion in Leonberg: die Baumhaus-Sauna und das Außenbecken. Foto: Stadt Leonberg

So ganz wohl war den Leonberger Stadträten denn auch nicht, die Bäderpreise gleich um zehn Prozent zu erhöhen. Zumal offenkundig ist, dass die gestiegene Kosten für Energie und zusätzliches Sicherheitspersonal mit dieser Erhöhung ohnehin nicht kompensiert werden können. Doch die Gäste noch stärker zur Kasse zu bitten, kommt für die allermeisten nicht in Frage. „Wir dürfen die soziale Komponente nicht außer acht lassen“, meint etwa der SPD-Fraktionschef Ottmar Pfitzenmaier. „Gerade Familien mit Kindern müssen sich einen Badbesuch noch leisten können. Unser Ziel kann nicht sein, dass die Leute nach Sindelfingen gehen.“

Dass freilich die Preise nicht so bleiben können, das ist allen klar. „Wir müssen uns an die eigene Nase fassen“, meint Stephan Schwarz von den Freien Wählern. „Die letzte Erhöhung war 2016.“ Das sieht auch Horst Nebenführ (FDP) so: „Besser aller zwei Jahre maßvolle Anpassungen als drastische Erhöhungen nach langer Zeit. Das ist für viele ein Schlag ins Gesicht.“