Aus Kostengründen will die Stadt Neuffen (Kreis Esslingen) das beliebte Freibad in der kommenden Saison nicht öffnen. Der Gemeinderat muss nun darüber entscheiden.
Ein Sommer ohne Freibad? In Neuffen könnte der Badespaß in diesem Jahr ins Wasser fallen. Weil die Stadt am Nordrand der Schwäbischen Alb zum Sparen verdammt ist, empfiehlt die Verwaltung dem Gemeinderat, das Höhenfreibad in der Saison 2026 nicht zu öffnen. Es gibt zwar eine mögliche Alternative – aber auch die ist umstritten.
Das Gremium muss in seiner Sitzung an diesem Dienstag eine Entscheidung treffen: Soll die Betriebsführung in diesem Sommer an ein externes Fachunternehmen vergeben werden? Angesichts zunehmender Schwierigkeiten bei der Personalgewinnung und steigenden Anforderungen an Arbeitssicherheit, Haftung und Aufsichtspflichten wäre das eine denkbare Option. Doch die Verwaltung lehnt diesen Schritt kategorisch ab.
Bürgermeister und Kämmerer weisen in der Ratsvorlage ausdrücklich darauf hin, dass „aus haushalts- und kommunalrechtlicher Sicht erhebliche Bedenken gegen die Durchführung der Vergabe bestehen“. Denn: Die Stadt Neuffen befinde sich derzeit in der „haushaltslosen Zeit“, der Etat für das Jahr 2026 sei bislang noch nicht beschlossen und genehmigt. Zulässig seien in dieser Phase nur Ausgaben zur Erfüllung rechtlich begründeter Verpflichtungen und zur Weiterführung notwendiger Aufgaben sowie unaufschiebbare Ausgaben.
Kommune ist nicht zum Betrieb eines Freibades verpflichtet
Der Betrieb eines Freibades sei eine freiwillige Aufgabe der Kommune, betont die Rathausspitze. Die Vergabe der Betriebsführung an einen externen Dienstleister sei folglich „keine zwingend notwendige Ausgabe zur Aufrechterhaltung eines Pflichtbetriebs“, und die damit verbundenen Kosten in Höhe von etwa 180 000 Euro würden zu einer Verschlechterung der Haushaltslage führen.
Der Druck auf den Gemeinderat ist groß. Sollte er trotz aller Bedenken der Verwaltung dennoch auf eine Freibadöffnung in diesem Sommer bestehen, „dann werden zur Kostenreduzierung neben dem Montag zwei weitere Schließtage vorgeschlagen, nämlich Dienstag und Mittwoch“, teilt das Rathaus in der Vorlage mit. Somit wäre das Höhenfreibad in der Saison 2026 nur noch von Donnerstag bis Sonntag geöffnet.
Und das gefällt den Bürgern so gar nicht. Über die sozialen Netzwerken wird „jeder, der damit überhaupt nicht einverstanden ist“ aufgerufen, an diesem Dienstag um 19 Uhr zur Ratssitzung in die Stadthalle Neuffen zu kommen und damit „ein Zeichen zu setzen für regelmäßige Öffnungszeiten und den Erhalt des Neuffener Freibades“.