Das Badische Landesmuseum ist im Karlsruher Schloss untergebracht. An diesem Ort zweifeln die Versicherungen weniger als an der Lage in Teheran. Foto: dpa/Uli Deck

Große Enttäuschung in Karlsruhe: Zwei Austausch-Ausstellungen mit dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran kommen vorerst nicht zustande. Denn die Versicherungen, die für Wohl und Wehe der Kunstschätze in der Pflicht wären, spielen nicht mit.

Karlsruhe - Wegen der weltpolitischen Ereignisse muss das Badische Landesmuseum in Karlsruhe Austausch-Ausstellungen mit dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran verschieben. „Trotz intensiver Suche ist es nicht gelungen, eine Versicherung für die Kunstschätze zu finden“, sagte Museumsdirektor Eckart Köhne am Donnerstagabend vor Journalisten in Karlsruhe. Sie seien enttäuscht und sprachlos. „Es wäre eine gute Chance gewesen, zu zeigen, dass Europa an Teheran noch interessiert ist“, betonte Köhne.

Keine Versicherung zu finden

Für den Herbst war in Karlsruhe die Schau „Die Perser - Am Hof der Großkönige“ mit Leihgaben aus dem Iran geplant gewesen. Es sei aber keine Versicherung für den Transport der Objekte durch Teheran gefunden worden. Die Teheraner hätten ab September „Glory of Greek and Roman Art“ mit 150 Leihgaben aus Baden präsentieren wollen. In diesem Fall habe aber keine Versicherung den Aufenthalt in der iranischen Hauptstadt versichern wollen. Beide Ausstellungen werden bis auf weiteres ruhen. „Sobald es die Lage zulässt, werden wir die Gespräche wieder aufnehmen“, sagte Köhne. Zumindest auf der Kulturebene solle das Band mit Iran gehalten werden.

Stattfinden werden in Badischen Landesmuseum in diesem Jahr die Ausstellungen „Humanimal - Das Tier und Wir“ und „Räuber Hotzenplotz“. „Humanimal“ beginnt am 21. Februar und beleuchtet die Beziehung zwischen Mensch und Tier. „Wir springen morgens aus den Federn, essen Eier mit Speck, schlüpfen in die Lederschuhe und drehen eine Runde mit dem Hund“, heißt es vom Museum. Tiere spielten in jedem Alltag eine Rolle, aber je nachdem, um was für ein Tier es sich handelt, eine sehr unterschiedliche.

Räuber Hotzenplotz zum Mitmachen

Die „Mensch-Tier-Beziehung“ wird den Angaben zufolge mit 41 Exponaten dargestellt. Darunter sind ein Wandteller von Pablo Picasso mit der Darstellung einer Stierkampfszene, ein Elfenbein-Prunkdolch aus der badisch-großherzoglichen Waffenkammer und Furbys. Die von den Volontären des Hauses entwickelte Ausstellung endet am 14. Februar 2021.

Ab dem 24. Oktober läuft die Mitmachausstellung „Räuber Hotzenplotz“ für Kinder. Dafür wurde die Bildwelt des Kinderbuches von Otfried Preußler nachgebaut. An verschiedenen Stationen können Kinder eine Goldkiste zusammenpuzzeln, Sandspuren folgen oder einen „magischen Spiegel“ ausprobieren. Die Schau endet am 25. April 2021.

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