Immer mehr Briten wollen Deutsche werden. Als Erklärung für die wachsende Zahl der Einbürgerungen sieht das Statistische Landesamt den Brexit. Foto: dpa

Die Zahl der Einbürgerungen britischer Staatsbürger nach Baden-Württemberg hat sich im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2015 mehr als verfünffacht. Dafür hat das Statistische Landesamt nur eine Erklärung.

Stuttgart - Die Zahl der Einbürgerungen britischer Staatsbürger hat sich im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2015 mehr als verfünffacht. Wie das Statistische Landesamt Baden-Württemberg am Dienstag mitteilte, stieg die Zahl von 68 im Jahr 2015 auf insgesamt 386 im gesamten Bundesland. Als einzige Erklärung für den starken Zuwachs nannte Werner Brachat-Schwarz vom Statistischen Landesamt den bevorstehenden EU-Austritt Großbritanniens.

In den vorherigen Jahren waren die Zahlen von Briten, die den deutschen Pass beantragten, konstant maximal im zweistelligen Bereich geblieben. Die Briten hatten Ende Juni 2016 in einem Referendum für einen Austritt aus der Europäischen Union gestimmt. Je nach Ausgang der Austrittsverhandlungen hält Brachat-Schwarz eine weitere Zunahme der Einbürgerungen für möglich.

Insgesamt zählte das Land mit 17 791 Einbürgerungen die höchste Zahl seit 2003. Allerdings haben sich die Aufnahmeprozesse im Vergleich zu 2000 um knapp 40 Prozent reduziert. 2016 haben Türken in 2948 Fällen am häufigsten den deutschen Pass erhalten, jede sechste Einbürgerung betraf einen türkischen Staatsbürger.

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