Die deutliche erhöhte Anzahl der Einbürgerungen dürfte mit dem geplanten Austritt der Briten aus der Europäischen Union zusammenhängen. Foto: dpa-Zentralbild

In Baden-Württemberg wurden im vergangenen Jahr doppelt so viele britische Staatsbürger eingebürgert wie noch 2016. In den vorherigen Jahren war die Anzahl maximal im zweistelligen Bereich geblieben.

Stuttgart - In Baden-Württemberg wurden im vergangenen Jahr doppelt so viele britische Staatsbürger eingebürgert wie noch 2016. Wie ein Sprecher des Innenministeriums in Stuttgart mitteilte, stieg die Zahl von 386 im Jahr 2016 auf insgesamt 773 im Jahr 2017 im gesamten Bundesland. In den vorherigen Jahren war die Anzahl von Briten, die im Südwesten den deutschen Pass beantragten, maximal im zweistelligen Bereich geblieben.

So lag die Zahl der Einbürgerungen britischer Bürger noch 2015 bei 68, wie der Ministeriumssprecher mitteilte. Die nun deutliche erhöhte Anzahl der Einbürgerungen dürfte mit dem geplanten Austritt der Briten aus der Europäischen Union (EU) zusammenhängen, wie ein Sprecher des Ministeriums mitteilte. Die Briten hatten Ende Juni 2016 in einem Referendum für einen Austritt aus der Europäischen Union gestimmt.

Insgesamt zählte das Land Baden-Württemberg im vergangenen Jahr mit 18 299 mehr Einbürgerungen als 2016 (17 791). Am häufigsten - wie bereits in den Jahren zuvor - hatten Türken (2017: 2927) die deutsche Staatsangehörigkeit erworben. Jede sechste Einbürgerung betraf nach Auskunft des Innenministeriums demnach Menschen mit türkischer Staatsangehörigkeit. Stark vertreten waren auch Einbürgerungen von Staatsangehörigen der Republik Kosovo (1306) sowie von Italienern und Rumänen (jeweils 1101).

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