Nicht nur bei Esslingen, sondern auch in Biberach sind Keime im Trinkwasser aufgetreten. Foto: dpa

Nicht nur in drei Orten im Landkreis Esslingen müssen die Menschen ihr Trinkwasser wegen Keimen abkochen. Auch in Biberach gilt nun ein Abkochgebot.

Biberach/Esslingen - Tausende Menschen müssen im Südwesten ihr Leitungswasser abkochen, um der Gefahr von Infektionskrankheiten vorzubeugen. Nach der Entdeckung von coliformen Keimen in Versorgungsnetzen der Stadt Biberach sowie in drei Ortschaften des Landkreises Esslingen bei Stuttgart vor mehreren Tagen konnten die Behörden auch am Dienstag noch keine Entwarnung geben.

Das Abkochgebot gilt neben dem Kernstadtgebiet in Biberach für Deizisau, Köngen und in Teilen von Wernau. „Neben der intensiven Suche nach der Ursache für die Verunreinigung läuft ein umfangreiches Messprogramm“, teilte der Zweckverband Landeswasserversorgung für den Landkreis Esslingen mit.

Abkochgebot gilt für mehrere Tage

Für die betroffenen Stadtgebiete in Biberach erklärte der Versorgungsbetrieb e.wa riss Netze, Leitungswasser dürfe zunächst „nur abgekocht getrunken oder zur Zubereitung von Nahrung, zum Zähne putzen oder zum Reinigen offener Wunden verwendet werden“.

Zur Bekämpfung der Keime wird dem Leitungswasser in Biberach seit Montag Chlor beigesetzt. Bis die notwendige Chlorkonzentration erreicht ist - etwa am Donnerstag oder Freitag - müsse das Abkochgebot aufrecht erhalten werden, sagte ein Sprecher von e.wa riss. Die Ursache der Verunreinigung sei noch unklar.

Coliforme Bakterien kommen sowohl im Darm von Tieren und Menschen als auch in der Natur vor. Meist sind die Fäkalkeime nach Angaben von Experten harmlos, in einigen Fällen können sie aber beim Menschen Übelkeit, Durchfall und Fieber auslösen.

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