Die Nosferatu-Spinne auf einem Autodach. Foto: Thomas Lutz/dpa/Thomas Lutz

Eigentlich stammt die verhältnismäßig große Nosferatu-Spinne aus dem Mittelmeerraum. Inzwischen etabliert sich das Tier aber auch in Baden-Württemberg. Besteht darin eine Gefahr?

Sie erreicht eine Beinspannlänge von bis zu sechs Zentimetern und dürfte so manchem einen echten Schreck einjagen: die Nosferatu-Spinne. Eigentlich stammt das Tier aus dem Mittelmeerraum, doch seit Jahren wird die Nosferatu-Spinne auch in Deutschland gesichtet. Selbst im verhältnismäßig kühlen Schwarzwald wurden die Tiere laut dem Meldeportal Naturgucker inzwischen beobachtet.

 

Eine Überraschung sei das nicht, meint Robert Pfeifle, Fledermaus- und Spinnenexperte beim Naturschutzbund Baden-Württemberg (Nabu). „Im Prinzip hat sie sich in ganz Deutschland verbreitet“, sagt er über das Tier. In Freiburg und am Kaiserstuhl sei die Spinne schon vor Jahren gesichtet worden, keine Überraschung, die Region gehört zu den wärmsten Deutschlands. Doch inzwischen wird die Spinne in ganz Deutschland beobachtet. „Der Klimawandel ist ein treibender Faktor“, sagt Pfeifle. Mit den milderen Wintern und besonders warmen Sommern fühlt sich die Spinne auch hierzulande wohl. Doch wie sie aus dem Mittelmeerraum nach Deutschland kam, sei schwer zu sagen. Pfeifle geht davon aus, dass die Nosferatu-Spinne mit dem Menschen weiterverbreitet wurde, beispielsweise über Urlauber. Über ähnliche Wege hat sich die Spinne bereits in Kalifornien etabliert.

Doch was sagt die Wissenschaft? „Die Bewertung ist schwierig“, sagt Robert Pfeifle. Im Jahr 2022 geriet die verhältnismäßig große Spinne in den Fokus der Medien, seither werde sie von Privatpersonen besonders oft gemeldet. Dies könne aber auch mit ihrem zunehmenden Bekanntheitsgrad zusammenhängen. Womöglich war das Tier schon vorher hierzulande unterwegs.„Die Nosferatu-Spinne ist kräftig gebaut. Wäre sie kleiner, würde sie wohl nicht so oft gemeldet werden“, meint der Spinnen-Experte des Nabu. Fest steht allerdings, dass sich das Tier inzwischen massiv verbreitet hat, wie auch in einer entsprechenden wissenschaftlichen Arbeit deutlich wurde, auf die Pfeifle verweist.

Wo fühlt sich die Nosferatu wohl?

Während die Spinne in Südeuropa und Nordafrika lichte Wälder als Lebensraum bevorzugt, gilt sie in Deutschland allerdings als Stubenhocker und wird oft in Gebäuden beobachtet. Wahrscheinlich hat dies mit ihrer Vorliebe für eine warme Umgebung zu tun, so der Nabu. Möglicherweise werde sie in Räumen aber auch schlicht seltener übersehen als im Freien.

Als invasive Art oder als Gefahr für andere Arten betrachtet der Nabu-Experte Pfeifle das Tier allerdings nicht. „Sie hat bisher keine mir bekannte Art dezimiert“, sagt er. Und auch eine Gefahr für den Menschen ist die Nosferatu-Spinne eigentlich nicht. Zwar ist sie wie viele andere Spinnen giftig, allerdings gilt der Biss des Tieres für den Menschen als ungefährlich und wird von Experten mit einem leichten Wespenstich verglichen.