Rolf Gaßmann vom Mieterbund (Archivbild) Foto: Lichtgut/Max Kovalenko/Lichtgut/Max Kovalenko

Nach Ansicht des Deutschen Mieterbunds unternimmt das Land zu wenig beim sozialen Wohnungsbau. Baden-Württemberg liege im Ländervergleich auf einem der letzten Plätze.

Stuttgart - Baden-Württemberg unternimmt für den Bau von Sozialwohnungen nach Ansicht des Deutschen Mieterbundes immer noch viel zu wenig. Zwar habe der Neubau im vergangenen Jahr um 50 Prozent auf 2083 Wohnungen zugelegt, wie aus einem Bericht der Bundesregierung hervorgeht. Bezogen auf die Einwohnerzahl liege Baden-Württemberg im Bundesvergleich aber immer noch auf einem der letzten Plätze, kritisierte der Landesvorsitzende des Deutschen Mieterbundes, Rolf Gaßmann, am Mittwoch.

Baden-Württemberg solle sich ein Beispiel an Hamburg nehmen. Dort seien im vergangenen Jahr 1869 Sozialwohnungen pro eine Millionen Einwohner gefördert worden, im Südwesten 188. „Baden-Württemberg muss die Programme und Konzepte der im Sozialwohnungsbau erfolgreichen Bundesländer genau studieren und wenn möglich kopieren“, forderte Gaßmann. So setzten Bayern und Hamburg weit mehr als Baden-Württemberg auf Zuschussförderung statt Zinssubvention beim sozialen Mietwohnungsbau.

Alle im sozialen Wohnungsbau erfolgreicheren Länder hätten landeseigene Wohnungsgesellschaften. Solche Gesellschaften können zum sozialen Wohnungsbau mit Belegungs- und Mietpreisbindung verpflichtet werden.

Baden Württemberg verfügte laut einer Auskunft des Bundesinnenministeriums an die Linken-Bundestagsabgeordnete Caren Lay Ende 2019 über rund 55 300 Sozialwohnungen. Innerhalb eines Jahres ist der Bestand demnach um 1400 geschrumpft. Einer vom Mieterbund angeführten Studie zufolge liegt der Bedarf im Südwesten bei rund 500 000 Sozialwohnungen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: