Einige Schüler verlassen die BIL-Schule in Stuttgart. Foto: dpa

Die Politik in der Türkei hat Auswirkungen auf Schulen im Südwesten: Nach dem gescheiterten Putschversuch verlieren einige der Gülen-Bewegung nahe stehende Schulen in Baden-Württemberg Schüler.

Stuttgart - Einige der Gülen-Bewegung nahestehenden Schulen im Südwesten verzeichnen wegen des Putschversuchs in der Türkei im neuen Schuljahr merklich rückläufige Schülerzahlen. Es habe 80 Abmeldungen gegeben, „davon sind 60 bis 65 der politischen Lage in der Türkei zuzurechnen“, sagte Lehrer Alexander Fenselau von der BIL-Schule in Stuttgart. Es gebe aber auch wie zu jedem neuen Schuljahr Neuanmeldungen. Momentan besuchen gut 400 Kinder die Schule. Im vergangenen Jahr waren es knapp 430. Weitere Abmeldungen werde es seiner Einschätzung nach nicht geben. Außerdem: „Wir wissen, dass viele Schüler auch zurückkommen.“

Deutlich mehr Abmeldungen

Auch die Karl-von-Drais-Schule in Mannheim berichtete von deutlich mehr Abmeldungen als sonst „aus politischen Gründen“, wie Schulleiter Nuh Duran sagte. Im vergangenen Jahr hatten 330 Schüler die Privatschule besucht, im neuen Schuljahr sind es noch etwa 260. Die Mehrheit der Schüler auf diesen Schulen sind muslimischen Glaubens beziehungsweise türkischstämmig.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hält den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen für den Hintermann des gescheiterten Putschversuchs von Mitte Juli. Gülen bestreitet das. In Baden-Württemberg gibt es unter anderem in Stuttgart, Ludwigsburg, Böblingen, Karlsruhe, Freiburg und Mannheim Privatschulen, die jeweils auf Initiativen von Gülen-Anhängern zurückgehen.

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