Bernd Kölmel (rechts) ruft die AfD zum Neustart auf. Foto: dpa

Die Partei sucht bislang vergeblich einen Ausweg aus ihren zähen Querelen. In Baden-Württemberg soll den Mitgliedern demnächst der Entwurf für ein Programm zur Landtagswahl vorgelegt werden.

Stuttgart - Im Streit um Kurs und Führungspersonal der AfD hat der baden-württembergische Landesvorsitzende Bernd Kölmel die rechtskonservative Partei zu einem Neustart aufgerufen. „Jetzt kommt es darauf an, nach Gemeinsamkeiten zu suchen“, sagte der Europa-Abgeordnete am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Deshalb bedaure er es sehr, dass der Vorschlag einer personellen Erneuerung des Bundesvorstands von Vorstandsmitglied Frauke Petry abgelehnt worden sei. „Ein Neustart mit unbelasteten Personen wäre aus meiner Sicht eine gute Sache.“

Der bayerische Landesvorsitzende André Wächter hatte sich für eine komplette Erneuerung der Führungsspitze ausgesprochen, um die Spaltung in eine liberal-konservative und eine rechtsnationale Partei zu verhindern. Danach sollen weder Parteigründer Bernd Lucke noch die Co-Vorsitzende Petry für einen Führungsposten kandidieren. Petry und Lucke hatten am vergangenen Freitag beide erklärt, sie wollten nicht mehr zusammenarbeiten.

Kölmel verteidigte die Initiative für den zusammen mit Lucke und anderen initiierten „Weckruf 2015“ zur Abgrenzung vom rechten Rand: „Mit dem Weckruf wollten wir verhindern, dass noch mehr enttäuschte Mitglieder der Partei den Rücken kehren.“ Mit fast 3000 Unterzeichnern sei dieses Ziel erreicht worden. „Idealerweise wird sich das Anliegen des Weckrufs in ein paar Monaten von selbst erledigt haben, wenn wir uns wieder gemeinsam der Sacharbeit zuwenden können“, sagte Kölmel.

In Baden-Württemberg erhielt der Landesvorstand nach seinen Angaben am Montag einen ersten Rohentwurf für das Programm zur Landtagswahl im März 2016. Dieser geht jetzt wieder an die elf Landesfachausschüsse zurück und soll dann in zwei bis drei Wochen den AfD-Mitgliedern im Südwesten vorgelegt werden.

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