Reinhold Gall will keine Waffenverbotszonen in Baden-Württemberg. Foto: dpa

Innenminister Reinhold Gall (SPD) lehnt Waffenverbotszonen für Stuttgart und Ludwigsburg als Reaktion auf die Kämpfe rivalisierender Straßengangs ab.

Stuttgart - Innenminister Reinhold Gall (SPD) lehnt Waffenverbotszonen für Stuttgart und Ludwigsburg als Reaktion auf die Kämpfe rivalisierender Straßengangs ab. Stattdessen prüfe das Ministerium die Möglichkeit, Mitgliedern krimineller Gruppierungen jeder Art das Tragen von Waffen zu verbieten, sagte Gall am Donnerstag im Stuttgarter Landtag. „Wir haben hier nicht die Situation, dass in der Innenstadt von Stuttgart oder Ludwigsburg oder wo auch immer Messerstechereien an der Tagesordnung sind.“

Aus diesem Grund sei ein personenbezogenes Waffenverbot wesentlich erfolgversprechender. In diesem Fall würde die Stadt Stuttgart in Absprache mit der Polizei eine Verfügung erlassen, dass an bestimmten Orten Mitglieder bestimmter Gruppen keine Waffen tragen dürfen. Eine Waffenverbotszone betreffe wiederum alle Menschen.

Aktuell bekämpfen sich im Raum Stuttgart und Ludwigsburg die rivalisierenden Straßengangs Stuttgarter Kurden/Sondame und United Tribuns. Im März reagierte die Polizei auf einen Aufmarsch von Sympathisanten der verbotenen Red Legion mit einem Großaufgebot. Das Innenministerium prüft, ob die Stuttgarter Kurden eine Nachfolgeorganisation der Red Legion sein könnte.

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