Vor allem die Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim ist zurzeit überfüllt. (Archivbild) Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

In Baden-Württemberg sind derzeit die Gefängnisse überfüllt - überwiegend im Bereich der Untersuchungshaft. Besonders betroffen ist die Justizvollzugsanstalt in Stuttgart-Stammheim.

Stuttgart - Die Gefängnisse in Baden-Württemberg müssen derzeit mehr Gefangene unterbringen, als sie eigentlich können. „Vorwiegend im Bereich der Untersuchungshaft ist in den vergangenen Monaten ein Belegungsanstieg zu verzeichnen gewesen“, sagte eine Sprecherin des Justizministeriums unserer Zeitung. Dadurch liege „die Belegung im geschlossenen Vollzug an männlichen Erwachsenen landesweit derzeit wieder über der festgelegten Belegungsfähigkeit“. Eng werde es in den Gefängnissen zusätzlich, weil einige durch Sanierungsmaßnahmen weniger Plätze haben als sonst. Ende Februar saßen dort 4889 Strafgefangene, 1756 Untersuchungsgefangene und 58 Sicherungsverwahrte ein.

Besonders betroffen ist die Justizvollzugsanstalt (JVA) in Stuttgart-Stammheim. Für die größte U-Haft-Einrichtung des Landes bedeute die Situation, „dass derzeit alle Belegungsreserven genutzt werden müssen“, so die Sprecherin. Das wohl bekannteste Gefängnis Deutschlands wird zurzeit umfassend umgebaut. Weil fünf neue Gebäude mit insgesamt 560 Plätzen aber erst ein Jahr später als geplant Ende 2016 fertig werden und gleichzeitig der Unterbringungsdruck steigt, fehlt es an Kapazität. Die Zahl der Gefangenen auf der Großbaustelle Stammheim ist in den vergangenen zwei Jahren um knapp 200 auf derzeit rund 740 gestiegen.

Sofortige Abhilfe bei der Überbelegung im Land ist nicht in Sicht. Erst mit Inbetriebnahme der Gebäude in Stuttgart sowie eines ebenfalls verzögerten Neubaus der JVA Heilbronn sei mit Entlastung zu rechnen, so die Sprecherin. „Längerfristig wird der Neubau der Justizvollzugsanstalt Rottweil ebenfalls Entlastung bringen können“, sagte sie.

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