1298 Landesbeamte haben im vergangenen Jahr in Baden-Württemberg ihren Ruhestand aufgeschoben (Symbolfoto) Foto: dpa-Zentralbild

Viele Landesbeamte in Baden-Württemberg gehen später in den Ruhstand. Besonders Polizisten verschieben das Ende ihre Berufskarriere immer häufiger.

Stuttgart - Immer mehr Landesbeamte im Südwesten arbeiten freiwillig länger und gehen somit später in Pension. Im vergangenen Jahr waren es 1298 Personen, wie eine Sprecherin des Finanzministeriums in Stuttgart mitteilte. Alleine im Bereich des Innenministeriums schoben 568 Männer und Frauen die Altersgrenze hinaus, zumeist Polizisten. An zweiter Stelle folgte das Kultusministerium mit 376 und dann das Wissenschaftsministerium inklusive der Universitäten mit 170 Personen.

2016 gab es im Südwesten insgesamt 1184 Personen und im Jahr zuvor 1106 Menschen in freiwilliger Weiterarbeit. Er sei überzeugt, dass noch mehr Beamte verlängerten, wenn der finanzielle Anreiz erhöht werde, sagte der Chef des Beamtenbunds, Kai Rosenberger.

Zuschlag fürs Hinausschieben

Für das Hinausschieben der Altersgrenze gibt es nach Angaben des Finanzministeriums einen Zuschlag von 10 Prozent. Die Gründe für das Verschieben des Ruhestands seien unterschiedlich. Beim einen möge es eine Rolle spielen, dass der Partner noch im Berufsleben stehe, sagte die Ministeriumssprecherin weiter. Bei anderen studierten die Kinder und der Zuschlag komme gerade recht. „Wieder ein anderer arbeitet einige Monate weiter, um dann Anspruch auf das volle Ruhegehalt zu haben. Und sicher spielt auch die Freude an der Arbeit eine Rolle.“

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi sieht das Thema mit gewisser Skepsis. Vize-Chefin Hanna Binder sagte, notwendig sei ein attraktiver öffentlicher Dienst, dazu gehörten familienfreundliche Arbeitszeiten.

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