Das Außenbecken im sanierten Mineralbad Berg Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Seit drei Jahren ist das grundlegend sanierte Bad Berg wieder offen. Die Sommergastronomie besteht aber nur als Provisorium. Doch dessen Tage sind gezählt.

Vier Jahre dauerte die Sanierung des 1856 eröffneten und 2005 von der Stadt übernommenen Mineralbades Berg. Seit der Wiedereröffnung im Oktober 2020 hoffen die Badegäste auf den letzten Baustein der Sanierung, die neue Sommergastronomie mit großzügiger Terrasse (132 Plätze). Nun soll sie trotz massiver Verteuerung gebaut werden. Die Genehmigung für das Interim in Containern läuft noch bis Ende 2025, der Neubau für inzwischen 4,5 Millionen Euro soll rechtzeitig zur Sommersaison 2025 in Betrieb gehen.

 

Planungen laufen seit 2018

Die städtischen Bäderbetriebe planen die neue Sommergastro seit 2018 als Flachdachbau mit extensiver Begrünung unterhalb der Steubenstraße 24. Photovoltaik auf dem Dach wird es nicht geben, dazu ist der Platz zu schattig. Ein Teil des dortigen Grundstücks wird für 500 000 Euro an die städtische Wohnungsbaugesellschaft abgegeben, die ein dreigeschossiges Haus errichten will. Das bessert die Kasse der Bäderbetriebe auf, hat aber Nachbarn auf den Plan gerufen. Einer klagt vor dem Verwaltungsgericht gegen das Regierungspräsidium (RP), das den Bauantrag für die Gastro genehmigt hat. Er argumentiert mit den hohen Kosten und appelliert an die haushaltspolitische Verantwortung der Stadträte, sieht Unsicherheiten, weil die Wohnungen eine Kaltluftschneise verbauten, und wehrt sich gegen die Rodung angeblich geschützter Eiben. Die Baugenehmigung sei gültig, die Eibenhecke nicht geschützt, sagte Bäderbetrieb-Chef Alexander Albrand. Und bei den Mehrkosten in Höhe von 1,1 Millionen Euro seit der letzten Kalkulation im Januar 2021 seien Nachbarschaftseinsprüche wesentlich. Denn die hätten die Genehmigungsphase über den zusätzlichen Weg zum RP erheblich verlängert. Allein aus Nachbarschaftseinsprüchen leiten die Bäderbetriebe eine „insgesamt etwa dreijährige Bauverzögerung ab“, das Investitionsvolumen sei nun „enorm“.

Ohne Sommergeschäft ist Gastro nicht wirtschaftlich

„Das Gesamtensemble des Mineralbads Berg ist noch nicht vollendet. 99,99 Prozent unserer Besucher warten auf die Sommergastronomie“, so Albrand. Der Pächter selbst wartet auch. Er betreibt ganzjährig die Innengastronomie, die aber nur zusammen mit der Sommergastronomie wirtschaftlich sei. Der Verwaltungsausschuss sagte 2,9 Millionen Euro Zuschuss zu. Die Bauarbeiten für den letzten Abschnitt im Mineralbad Berg sollen nun „umgehend“ gestartet werden.