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Großaufgebot hält in Backnang die wenigen Partygäste in Schach – Einsatz soll Vorbild sein.

Backnang - Zu der über Wochen auf Facebook angekündigten Massenparty in Backnang ist es am Freitag aus verschiedenen Gründen nicht gekommen. Bereits am Donnerstagabend nahmen die Initiatoren den entsprechenden Aufruf ohne Kommentar vom Netz. Am nächsten Morgen hieß es im Netzwerk schlicht, die Party falle aus.

Die Polizei ließ sich von solchen Meldungen nicht beeindrucken, sondern kreuzte ­bereits am Freitagvormittag mit einem Großaufgebot am Backnanger Bahnhof – dem offiziellen Treffpunkt der Partygäste – auf. Im Gegensatz zum 30. Juni, als sich rund 1000 Facebook-Nutzer zum gemeinsamen Feiern in Backnang trafen und durch die Stadt ziehen durften, wollte die Polizei dies am Freitag mit allen Mitteln verhindern.

Bereits in den S-Bahn-Zügen Vorsorge getroffen

Um dieses Ziel zu erreichen, hatten die Sicherheitskräfte bereits in den S-Bahn-Zügen Vorsorge getroffen. Angehörige der Bundespolizei sortierten dort die Fahrgäste aus, die als Facebook-Partygänger an ihrer Kleidung und ihrem Verhalten zu erkennen waren. Am Backnanger Bahnhof nahmen Polizisten die wenigen Betroffenen in Empfang und führten sie zur Aufnahme der Personalien. Danach gab es für die jungen Leute einen Platzverweis und die Aufforderung, umgehend nach Hause zu gehen. Bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe hatte die Polizei fünf Platzverweise ausgesprochen.

Der enorme Aufwand, so Einsatzleiter ­Peter Hönle von der Waiblinger Polizeidirektion, sei nicht nur der Backnanger Party geschuldet gewesen. Zu Massenpartys, von denen eine Gefährdung der öffentlichen ­Sicherheit ausgehe, werde landesweit aufgerufen. Mit der gewählten Taktik in Backnang habe die Polizei demonstrieren wollen, wie solche Massentreffen in Schach zu halten sind. Der Facebook-Gemeinde, die auf solche Treffen steht, solle mit dem Einsatz signalisiert werden , dass sich entsprechende Aufrufe nicht mehr lohnen.