Frisches Essen ist vielen Eltern wichtig. Foto: dpa-Zentralbild

Der Gemeinderat diskutiert lange über den Neubau. Die Mensa auf der Maubacher Höhe wird als „Aufwärmküche“ kritisiert.

Backnang - Die Backnanger Schickardt-Realschule stellt im nächsten Schuljahr auf einen offenen Ganztagsbetrieb um. Die Schüler sollen dann freiwillige Angebote an Nachmittagen und in den Mittagspausen nutzen können, etwa Sport- oder Theater-AGs. Zentral für diese Schulform ist aber eine Mensa – und die fehlt bislang. Die benachbarte Mörike-Gesamtschule verfügt über eine Schulküche in der sogenannten Säulenhalle, doch diese reicht schon jetzt kaum noch aus. Die Schickardtschüler bringen sich ein Vesper mit oder besorgen sich anderswo einen Imbiss.

Dies wird sich bald ändern: Der Gemeinderat hat jetzt die Weichen für einen Neubau gestellt, in dem knapp 200 Schüler gleichzeitig essen können. Der Bau soll zudem zwei neue Räume für die Realschule bieten. Weil er zwischen der Schickardt-Realschule und der Mörike-Sporthalle stehen wird, könnten auch Vereine die neue Mensa für Veranstaltungen nutzen. Doch mit der Entscheidung haben sich die Stadträte und die Verwaltung schwergetan. Vor allem an der Größe des Projekts schieden sich die Geister.

Sind 200 Plätze zu viel des Guten?

Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, eine Mensa mit 150 Plätzen zu bauen. Aus Sicht des Rathausteams um den Oberbürgermeister Frank Nopper würde das ausreichen. Es existierte aber noch ein alternativer Plan für einen Bau mit rund 200 Plätzen, der allerdings mit 2,35 Millionen Euro ungefähr 250 000 Euro teurer wäre. Das entfachte Diskussionen: Die Schulleiter von der Schickardt-Realschule und von der Mörike-Gemeinschaftsschule, Thomas Maier und Karin Moll , hatten zwar in ihrer Stellungnahme um den größeren Bau gebeten, abes es gab Bedenken, ob sich die höhere Investition in die größere Mensa lohnt: „Auf der Maubacher Höhe wird die Mensa doch kaum genutzt. Nicht, dass wir nachher vor eine Überausstattung stehen“, wandte Lutz-Dietrich Schweizer von der Christlichen Initiative Backnang ein. Der SPD-Stadtrat Armin Dobler meinte hingenen: „Auf der Maubacher Höhe ist die Qualität ein Problem, die reine Aufwärmküche dort war keine richtige Entscheidung.“

„Aufwärmküche“ ist unbeliebt

Die Mensa auf der Maubacher Höhe verpflegt Schüler des dortigen Max-Born-Gymnasiums und der Max-Eyth-Realschule. Dort wird das Essen im sogenannten Cook-and-chill-Verfahren zubereitet: Die Speisen kommen tiefgefroren an und werden in einem Konvektomat aufgewärmt. Derselbe Caterer beliefert auch das Taus-Gymnasium. Astrid Szelest, die Leiterin des Bereichs Schulverwaltung, sagt auf Nachfrage unserer Zeitung über die kritisierte Mensa: „Wir bekommen von dort unterschiedliche Rückmeldungen, es gibt auch positive.“ Zumal auch dort zum Beispiel frische Salate zum Essen angeboten würden. In der neuen Mensa soll es dagegen eine sogenannte „Teilfrischküche“ geben. Das bedeutet, dass zwar Bestandteile wie Fleischküchle oder Tortellini zugekauft werden, Soßen und Salate aber frisch vor Ort zubereitet werden.

Die Stadt Backnang hofft jetzt, für die neue Mensa vom Land einen Zuschuss von rund 400 000 Euro zu bekommen. Laut Plan sollen die Bauarbeiten im nächsten Sommer beginnen und bis zum Herbst 2018, nach 15 Monaten Bauzeit, fertig sein.

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