Backnang Katze wohl mit Luftgewehr attackiert

Von Kathrin Zinser 

Der weiße Fleck auf dem Röntgenbild der Katze  stammt von dem Geschoss. Foto: privat
Der weiße Fleck auf dem Röntgenbild der Katze stammt von dem Geschoss. Foto: privat

Schwer verletzt kommt eine Katze in Backnang von ihrem Spaziergang zurück. Alles deutet darauf hin, dass jemand auf sie geschossen hat. Die Polizei ermittelt.

Backnang - Als Thomas Brechts Katze Elsa am Freitagabend von ihrem Spaziergang in Backnang-Sachsenweiler zurückkam, merkte der 33-Jährige sofort, dass etwas nicht stimmte: „Sie hat sich nicht zu ihren drei Jungen gelegt, sondern unter dem Couchtisch verkrochen“, berichtet er. Schnell entdeckte er die Verletzung an der Flanke der Europäischen Langhaarkatze und ging mit ihr zum Tierarzt, der die Wunde äußerlich versorgte.

Das Geschoss durchdrang die Niere

Als Elsa am Samstagmorgen nicht fressen wollte, fuhren die Brechts in eine Tierklinik. Thomas Brecht erinnert sich: „Auf den Röntgenaufnahmen hat man deutlich gesehen, dass ein Geschoss in ihr steckt.“ Bei der anschließenden Operation stellte der Tierarzt fest, dass das Projektil die Niere komplett durchdrungen hatte. „Die Niere konnten wir nicht mehr retten – sie musste entfernt werden“, sagt der Veterinär. Solange die andere Niere normal funktioniert, könne Elsa aber auch gut mit einer leben. Am Montag wurde die Katze aus der Klinik entlassen, sie befindet sich auf dem Wege der Besserung.

Thomas Brecht hat den Schreck noch nicht überwunden: „Es treibt mir noch immer die Tränen in die Augen“, sagt er. „Sie ist doch erst etwas älter als ein Jahr.“ Nach Auskunft des Tierarztes muss der Schuss aus nächster Nähe – und somit höchstwahrscheinlich vorsätzlich abgegeben worden sein. „Ansonsten wäre das Geschoss nicht so tief eingedrungen. Wäre es ein Querschläger gewesen, hätte es zudem verformt sein müssen – das war es aber nicht“, erklärt er.

Polizei sucht Zeugen

„Elsa ist eine sehr liebe, zutrauliche Katze“, erzählt Thomas Brecht, der bei der Polizei Anzeige erstattet hat. Einem Sprecher zufolge ermitteln die Beamten nun wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und bitten die Bevölkerung um Zeugenhinweise: „Da die Katze nicht lange von zu Hause weg war, gehen wir davon aus, dass sich der Vorfall in Sachsenweiler abgespielt hat.“ Bei dem Projektil, mit dem die Katze verletzt wurde, handelt es sich um ein Diabologeschoss. Derartige Munition wird in der Regel aus einer Luftdruckwaffe abgeschossen, heißt es bei der Polizei. „Solche Fälle kommen immer mal wieder vor“, sagt der Polizeisprecher.

Das bestätigt auch Elsas Tierarzt: „Wir sehen so etwas häufig als Zufallsbefund. Meistens bleiben die Geschosse in der Muskulatur der Tiere stecken und verkapseln dort, sodass die Besitzer nicht unbedingt etwas davon merken“, erklärt er.

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