Andrea Feucht und Timo Burket Foto:  

Beim gemeinsamen Backen neue Leute treffen, miteinander schwätzen, den Nachbarn kennen lernen und vielleicht auch Freunde finden – Andrea Feucht und Timo Burket setzen sich für einen öffentlichen Holzofen ein, idealerweise soll er mitten im Ort stehen, doch dazu braucht es noch weitere Unterstützung.

Stammheim - Klare Sache: Hefezopf! Oder doch ein Bauernbrot mit ordentlicher röscher Kruste? Vielleicht auch Pizza mit leckerem Belag oder Salzkuchen, Käsekuchen und vieles andere mehr – wenn Andrea Feucht und Timo Burket von den Vorzügen eines öffentlichen Holzofens schwärmen, kann einem das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Noch aber gibt es keinen Backofen im Stadtbezirk. Das soll sich ändern. Davon sind die beiden Stammheimer überzeugt. Ihre Idee für ein öffentliches Backhäusle haben sie im November im Bezirksbeirat vorgestellt. „Uns war wichtig, dass wir von den Beiräten ein Feedback bekommen“, sagt Burket. Die Rückmeldung der Politiker war positiv, allerdings sollten die Initiatoren noch ein paar „Hausaufgaben“ erledigen, ehe der Beirat über finanzielle Unterstützung entscheidet.

Backen für alle sowie und Kurse für Jung und Alt

Soweit sind die Aufgaben erledigt: Es soll ein zwei Meter langer und zwei Meter breiter Holzofen werden mit zwei Stockwerken und Platz für rund 35 Brote, gemauert und aus Ziegel- und Schamottsteinen und gusseisernen Klappen. „Der Hersteller kommt aus dem Schwarzwald, und würde mit einigen Helfern von uns den Ofen günstig aufbauen“, erklärt Burket. Dazu soll es eine kleine Theke, ein Regal und eine drei mal sechs Meter große Überdachung geben. „Man kann sich das so vorstellen wie bei einem Carport“, sagt Andrea Feucht. Ein örtlicher Dachdecker habe seine Hilfe bereits in Aussicht gestellt. Der Ofen kostet rund 8500 Euro, etwa 2500 Euro, vornehmlich Materialkosten, kommen für das Dach hinzu.

„Der Ofen hat eine ideale Größe, so dass dort auch Backkurse für Schulklasssen, Kitas und andere Interessierte angeboten werden könnten“, erklärt Andrea Feucht, die bereits Erfahrungen mit Backhäusern in der Region gesammelt hat. „Wichtig ist neben dem gemeinsamen Backen auch das Zusammenkommen, das Schwätzen und dass man sich kennenlernt“, sagt Feucht. „Wir wollen Geselligkeit und Brauchtum pflegen und nebenbei gibt es gute Gespräche und etwas für Leib und Seele.“ Heutzutage gebe es im Ort kaum noch öffentliche Treffpunkte, pflichtet ihr Timo Burket bei. „Man sieht sich immer seltener und kennt kaum noch seinen Nachbarn.“ Das könnte sich mit einem Backhäusle ändern, und das finden nicht nur die beiden. Für ihr Projekt haben sie im Bürgerhaushalt geworben und 394 Stimmen erhalten – das zweitbeste Stammheimer Ergebnis.

Idealer Standort wäre beim Heimatmuseum

Fehlt neben dem Geld noch der passende Platz. Der könnte nach ihren Vorstellungen auf dem Gelände des Heimatmuseums an der Kornwestheimer Straße liegen: „Das wäre der ideale Standort, zentral gelegen und mit dem Heimatmuseum gäbe es auch Einrichtungen wie den Saal und die Toiletten, die man nutzen könnte.“ Beim Heimatverein haben Feucht und Burket ihr Projekt im April präsentiert. Sie hoffen nun, dass Vorstand und Mitglieder bei der nächsten Versammlung ihrem Vorhaben zustimmen und die Idee weiterentwickelt wird. „Schön wäre, wenn eine Backhäusle-Abteilung im Verein gegründet würde“, sagt Burket.

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