Die kleinen Besucher auf der Minikri sehen einiges, was ihnen gefällt. Foto: Lichtgut-Oliver Willikonsky

Beim Baby- und Kindfestival Minikri im Wizemann gibt es an diesem Wochenende viel zu schauen: Die Messe will eine Plattform für kleine, kreative Designer und Marken sein. Unter den drei Veranstalterinnen sind auch zwei bekannte Gesichter.

Stuttgart - Kleinen Marken und noch wenig bekannten Designern eine Plattform bieten, das will die Baby- und Kindmesse Minikri. An diesem Wochenende feiert sie Premiere im Wizemann-Areal. Veranstaltet wird sie von Rosa Pöttinger, Karin Haller und Leonie Jodat. Pöttinger und Haller sind ebenfalls Veranstalterinnen der Hochzeitsmesse „Fest versprochen“, die nach einem ähnlichen Konzept funktioniert. „Anders als große Messe wollen wir eben die kleinen Designer unterstützen“, betont Leonie Jodat. „Wir haben unsere Aussteller genau kuratiert“, erzählt Rosa Pöttinger, einigen großen Firmen habe man auch abgesagt. „Es gibt keinen Anreiz für die Besucher, wenn man immer nur dieselben Marken überall sieht“, sagt auch Karin Haller. Ein Dreivierteljahr lang haben die drei nach den passenden Firmen gesucht, in sozialen Netzwerken wie Instagram und Pinterest, aber auch über Empfehlungen von anderen Müttern.

Aus Nachtkästchen werden Spielküchen

So ist eine bunte Mischung zusammengekommen: Etwa Laura Lehmann, die unter dem Namen „Lalou“ Selbstgenähtes wie Mützen, Halstücher, Krabbeldecken oder Bettwäsche anbietet – normalerweise im Atelier in Stuttgart-Plieningen oder im Internet, an diesem Wochenende auf der Minikri. Oder das Ludwigsburger Start-up Wawum: Aus alten Nachttischen machen Nathalie Fetzer und ihre beiden Kolleginnen Spielküchen für Kleinkinder, allesamt Einzelstücke. „Die Nachtkästchen finden wir beim Trödler oder über Kleinanzeigen“, erzählt Fetzer. Die Stücke werden dann restauriert und mit dem notwendigen Zubehör, wie etwa Wasserhähnen oder Backofentüren, ausgestattet. Ein paar Schritte weiter bietet Shirley Osei-Yakpo aus Ostfildern ein 4-in-1-Stilltuch an: Das Tuch kann auch als Babyschalenabdeckung, Schal oder Einkaufswagenpolster verwendet werden. „In den USA habe ich etwas Ähnliches mal gesehen und dachte mir: das ist doch praktisch“, berichtet sie. Aus den Niederlanden ist die Designerin Monique Horstmann mit ihrer Marke „&me“ gekommen, sie stellt Holzspielzeug und anderes Zubehör fürs Kinderzimmer her. Im feinstaubgeplagten Stuttgart vielleicht auch nicht uninteressant: Purebed heißt ein besonderes Filtersystem, das unter dem Babybett für saubere Luft sorgt.

Für die Erwachsenen werden auch Vorträge zu Themen wie Allergien, Reiseapotheke oder dem Aufwachsen mit Medien angeboten, für die Kinder gibt es Spielbereiche, Kinderschminken, aufgemalte Tattoos und eine große Malwand im Eingangsbereich.

Die Veranstalterinnen hoffen auf 3000 Besucher

Die drei Veranstalterinnen sind hauptberuflich anderweitig tätig und haben das Pop-up-Festival in ihrer Freizeit gestemmt – „unterstützt von unseren Partnern, Freunden und Familie“, sagt Karin Haller. Mit Erwartungen wollen sie sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, hoffen auf 3000 Besucher: Am Samstag zur Mittagszeit sind es schon mal rund 800 gewesen. Und es wird einigen wohl so gehen, wie dem kleinen Mädchen, das auf dem Arm der Mutter zum Ausgang getragen wird: Es weint bitterlich. „Ich. Will. Noch. Nicht. Gehen!“

Wer am Sonntag, 6. Mai, noch nichts vorhat: Die Minikri-Messe hat von 11 bis 18 Uhr geöffnet, im Wizemann-Areal an der Quellenstraße. Der Eintritt kostet neun Euro für eine einzelne Person, 15 Euro für das Familienticket und für Kinder nichts. Weitere Informationen stehen auf www.minikri.de.

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