Straßen bei Renningen. Foto: factum/Bach

Nach jahrelangen Diskussionen haben die übergeordneten Behörden damit begonnen, als Teil des B-464-Ausbaus den Straßenverlauf südlich und östlich von Renningen neu zu planen. Die gewählte Variante trifft auf Wohlwollen.

Renningen/Magstadt - Es kommt Bewegung in das Verfahren um den Lückenschluss der Bundesstraßen im Renninger Süden. Das Bundesverkehrsministerium hat grünes Licht dafür gegeben, die favorisierte Variante zu planen – 25 Millionen Euro wird sie nach der Schätzung wohl kosten. Die Vorplanung habe begonnen, teilte auch das Regierungspräsidium Stuttgart mit, das stellvertretend für Bund und Land das „Unternehmen Lückenschluss“ überwacht.

„Rund 30 betroffene Kommunen, Behörden und Verbände haben Post von uns erhalten“, nennt der Pressereferent der Behörde, Clemens Homoth-Kuhs, den aktuellen Stand. „Sie haben nun die Möglichkeit, bis März 2013 Stellung zum Thema zu nehmen“, ergänzt der Sprecher.

Der so genannte Lückenschluss der Bundesstraßen wird die Bundesstraßen B 295 und B 464 künftig südlich von Renningen miteinander verknüpfen – denn die B 464 wird von Magstadt aus kommend ausgebaut. Der eigentliche Anschluss der Bundesstraßen ist dabei unproblematisch. Allerdings gibt es schon seit Jahren Diskussionen um die Frage, wie das Geflecht der umliegenden Kreis- und Gemeindestraßen in die Verkehrsführung einzubinden sei.

Emotional geführte Diskussionen

Vor allem in Renningen und Magstadt gab es in den vergangenen Jahren teils emotional geführte Diskussionen um diesen erweiterten Lückenschluss. Die übergeordneten Behörden und die Kommunen fanden zunächst keinen gemeinsamen Nenner für die Planung. Bürger und Kommunalpolitik fürchteten deswegen einen provisorischen Anschluss ihrer Straßen – und damit verbunden verstopfte Kreuzungen, Lastwagen in der Ortsmitte und andere Verkehrsprobleme.

Noch kurz vor Weihnachten wies der Magstadter Bürgermeister Hans-Ulrich Merz daraufhin, es gebe „Befürchtungen, dass in absehbarer Zeit noch nichts passiert.“ Er berichtete beispielhaft von einem Unfall: Auf der Autobahn krachte es, kurz darauf seien das Hölzertal und sämtliche Nebenstraßen dicht gewesen. Für die Renninger ist auch wichtig, dass ihr Anschluss in alle Richtungen führt, also nach Weil der Stadt, Leonberg und Böblingen.

Eben diesen umfassenden Anschluss soll die nun gewählte Variante „10b“ sicherstellen – eine von rund einem Dutzend, die in den vergangenen Jahren von Planern und Politikern durchdacht wurden. Die Magstadter Straße in Renningen soll demnach nun entgegen früherer Vorschläge doch an das Straßennetz angeschlossen werden, und wie bisher Richtung Böblingen/ Sindelfingen führen. Der Bau einer Südrandstraße in Richtung Weil der Stadt ist ebenso Teil der Pläne wie die Einmündung der Kreisstraße aus Warmbronn auf die Bundesstraße 295 in beide Richtungen. Von einer „leistungsfähigen Anbindung“ spricht Clemens Homoth-Kuhs.

Faißt ist zufrieden

Auch der Renninger Bürgermeister Wolfgang Faißt zeigt sich mit der aktuellen Lösung zufrieden. Auch wenn er betont: „Ich erwarte, dass es nun so schnell wie möglich weiter geht“. Ohnehin werde es noch einige Jahre dauern, bis das Planungsverfahren abgeschlossen und die Straßen gebaut seien. Faißt hatte energisch um den Vollanschluss für Renningen gekämpft; schon im September hatten er und sein Gemeinderat über die Variante „10b“ diskutiert und sich dafür ausgesprochen.

Zu klären sein wird allerdings noch die Kostenfrage. Wie viel übernimmt der Bund, wie viel das Land, der Kreis? Auch die Stadt Renningen selbst wird etwa bei der Südrandstraße finanziell mit in die Bresche sprengen müssen. „In 20 Jahren werden wir allerdings daran gemessen, wie gut der Verkehr läuft“, sagt Faißt. „Dann fragt keiner mehr, ob wir zwei oder fünf Millionen Euro beigesteuert haben.“

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