An den Abfahrten der B 27 in Plattenhardt sollen Ampeln installiert werden. Foto: Häusser

An den B-27-Ausfahrten in Plattenhardt sollen Ampeln errichtet werden. Filderstädter Stadträte wünschen sich aber Kreisverkehre. In der Sitzung des Technischen Ausschusses haben sie die Gründe erläutert.

Plattenhardt - Eigentlich war die Sitzung des Technischen Ausschusses schon fast vorbei. Da kam ein Punkt unter „Verschiedenes“ zur Sprache, der die Stadträte besonders bewegte. Richard Briem (FW) brachte die Sache auf den Tisch. Bei der B- 27-Ausfahrt Plattenhardt sei eine Ampel geplant. Er halte an den beiden Ausfahrten Kreisverkehre für sinnvoller und leistungsfähiger. „Bei Ampeln staut sich der Verkehr weit zurück“, sagte Briem und wies auf die Rückstaus hin, die dort durch die sogenannte Zuflussregelung beim morgendlichen Berufsverkehr entstehen.

„Dann bricht das Chaos aus“

Dem stimmte Frank Schwemmle (SPD) zu. Er könne dies aus eigener Erfahrung bestätigen, sagte er und fügte hinzu: „Wenn wir jetzt richtig verampeln, bricht das Chaos aus.“ Die Folge werde sein, dass der Schleichverkehr in den Ortschaften zunehme. Bürgermeister Reinhard Molt unterstrich daraufhin, dass die Stadtverwaltung in dieser Sache gar nicht zuständig sei. „Uns gehört dort kein Stück Straße“, erklärte er. Man habe dort die Landesstraße 1209, für die das Kreisstraßenbauamt zuständig sei, und die Abfahrten der Bundesstraße 27, für die das Regierungspräsidium die Verantwortung trage, erklärte Ordnungsamtsleiter Jan-Stefan Blessing. Seines Wissens bezweifle das RP die Leistungsfähigkeit eines Kreisverkehrs. „Man muss bedenken, dass wir dort mehr als 20 000 Fahrzeuge pro Tag auf einem Strang hätten“, sagte Blessing. Es gebe dort eine große Unfallhäufung, sagte er. Offenbar kommt es vor allem dann zu Unfällen, wenn Linksabbieger, die auf die B 27 fahren wollen, den Gegenverkehr übersehen, oder dann, wenn Linksabbieger, die von der B 27 kommen, Richtung Bernhausen fahren wollen. Deshalb müsse dringend etwas getan werden.

Richard Briem wollte nicht locker lassen und pochte erneut auf den Bau eines Kreisels. Der könne dort ohne Inanspruchnahme von Privatgrund gebaut werden, sagte er. „Ich habe das selbst ausgemessen.“ Wenn die Planung des Kreisels noch einige Zeit brauche, könne man vorläufig auch provisorisch Ampeln aufstellen. Außerdem sollte nach Briems Ansicht die Geschwindigkeit sofort von 70 auf 50 Kilometer pro Stunde reduziert werden.

Machbarkeit soll untersucht werden

Das Straßenbauamt sei derzeit in der Planung, sagte Ordnungsamtsleiter Blessing. „Die untersuchen gerade die Auswirkungen der Ampeln.“ Man könne nun darum bitten, dass auch die Machbarkeit eines Kreisverkehrs untersucht wird. Dann müsste auch das Regierungspräsidium mit ins Boot geholt werden. Schließlich soll der Bau eines Kreisverkehrs laut Insidern zwischen 300 000 Euro und einer halben Million Euro kosten.

Die Stadträte sprachen sich schließlich dafür aus, dass beim Straßenbauamt angefragt werden soll, ob die Auswirkung von Kreiseln auf den Verkehr ebenfalls untersucht werden kann.

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