Die Esslinger Straße dient als Umleitung währen der Sperrung am Charlottenplatz. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Die Stadt Stuttgart legt Modellrechnungen vor, wie sich im Zuge der Sperrung der B-14-Rampe der Verkehr in Richtung Olgastraße entwickelt. Anwohner sind in Sorge.

Wie stark belastet die ab Frühjahr geplante Sperrung der B-14-Rampe den Stadtbezirk Süd? Diese Frage treibt derzeit im Süden viele Anwohner um. Im Zuge der beginnenden Baumaßnahmen rund um den geplanten Mobility-Hub an der Hauptstätter Straße und der vorgesehenen Umleitung über die schmale Esslinger Straße fürchten vor allem die Bewohner des Lehen- und Heusteigviertels, dass sich ein Gutteil des Ausweichverkehrs durch ihr Wohngebiet, vor allem über die Olgastraße wälzt.

 

Die städtische Straßenverkehrsbehörde hat jetzt entsprechende Zahlen aus Modellrechnungen vorgelegt: Demnach wächst durch die Sperrung am Charlottenplatz die Verkehrsbelastung während eines Berechnungszeitraums von 16 Stunden zum Beispiel in der Filderstraße täglich um 540, in der Olgastraße sogar um über 1000 Fahrzeuge. Die Belastung wäre im Fall der Olgastraße damit rund 20 Prozent höher als aktuell.

Viele werden frühzeitig über die Olgastraße ausweichen

Das Problem: Während der Rampensperrung und der Verkehrsführung über die Esslinger Straße kann am Charlottenplatz nicht mehr rechts Richtung Olgaeck abgebogen werden. Fast zwangsläufig werden Autofahrer schon frühzeitig über die Olgastraße ausweichen. Dieses grundsätzliche Szenario bestätigt auch Peter Koch von der städtischen Straßenverkehrsbehörde, der am Dienstag die Modellrechnungen im Bezirksgremium vorstellte. Der stadteinwärts fahrende Verkehr könnte die B14 beispielsweise direkt am Ausgang des Heslacher Tunnels auf der Filderstraße verlassen oder bei der Immenhofer Straße abbiegen.

Anwohner im Lehen- und Heusteigviertel sind besorgt. Foto: Lange

Koch bezeichnete die genannten Modellzahlen als „insgesamt verträglich“. Wie sich das Verkehrsgeschehen tatsächlich entwickle, wisse jedoch keiner, so der Verkehrsexperte. In jedem Fall werde es morgendliche und abendliche Spitzen im Quartier geben.

Die Straßenverkehrsbehörde betont, dass die Stadt aktiv keine Umleitungshinweise anbringt, die eine Verkehrsführung durch die Olgastraße empfiehlt. „Wir sichern zu, keinen Verkehr durch die Quartiere zu führen“, sagte Koch. Im Umkehrschluss heißt das allerdings, dass die Autofahrer auch nicht daran gehindert werden, die Olgastraße anzusteuern, um die Hauptstätter Straße zu meiden.

Droht noch mehr Rückstau im Heslacher Tunnel?

An sogenannten Entscheidungspunkten sollen stattdessen Verkehrsziele ausgeschildert werden, um den Verkehr zu lenken. Auch großräumig, zum Beispiel am Schattenring und am Albplatz in Degerloch, würden entsprechende Hinweise angebracht.

SPD-Bezirksbeirätin Marion Eisele warnte davor, dass sich durch den künftig vermehrten Rechtsabbiegerverkehr am Heslacher Tunnel noch mehr Rückstau im Tunnel bilden könnte als ohnehin der Fall. Die Gefahr, dass durch die Sperrung der B-14-Rampe künftig Navigationsgeräte die Verkehrsteilnehmer über die Olgastraße leiten könnten, sieht Niklas Ehrhardt von der Fraktion Puls. Er fordert von der Stadt, den Navigationsdienstleistern aktiv die gewünschten alternativen Umleitungsrouten zu melden.