Ein Bild aus glücklichen, vergangenen Tagen: Charly hinterlässt eine Frau und zwei inzwischen erwachsene Söhne. Foto: privat/Gofundme

Vor wenigen Tagen ist auf der B 10 bei Reichenbach (Kreis Esslingen) ein Motorradfahrer tödlich verunglückt. Seine Frau und die zwei Söhne stehen nun vor einer ungewissen Zukunft.

Eigentlich waren sie zum Kaffeetrinken bei ihm in Plochingen verabredet. „Doch er kam hier nicht an“, erzählt Sertac Dede. An jenem 2. April dieses Jahres ist sein Cousin Charly bei einem Motorradunfall auf der B 10 bei Reichenbach ums Leben gekommen. „Von einem Moment auf den anderen wurde er viel zu früh von uns genommen.“

 

Wenige Stunden zuvor seien sie noch zusammen in Ebersbach beim Friseur gewesen, berichtet Dede, für den der 51-Jährige „wie ein großer Bruder“ gewesen sei. Sie seien zur gleichen Zeit Richtung Plochingen losgefahren – er mit dem Auto, Charly auf dem Motorrad. Bis in den Abend hinein habe er auf ihn gewartet, so Dede. „Zunächst habe ich mir nichts dabei gedacht – es kam schon vor, dass er spontan seine Pläne änderte und sich anderweitig entschied.“ Und Motorradfahren sei seine große Leidenschaft gewesen.

Doch als Charly sich auch um 21 Uhr noch nicht gemeldet hatte, habe er herumtelefoniert – und so erfahren, dass sich gegen 17 Uhr auf der Bundesstraße 10 Richtung Stuttgart ein Unfall mit einem Motorradfahrer ereignet hatte, schildert Dede. „Da begannen wir, die einzelnen Puzzleteile zusammenzusetzen und mussten schließlich feststellen, dass es tatsächlich unser Charly war.“

Familie steht vor finanziellen Herausforderungen

Der plötzliche Verlust eines geliebten Menschen und guten Freundes schmerze sie alle sehr, sagt Dede. Doch am härtesten treffe es dessen Familie. „Besonders seine beiden Söhne und seine Ehefrau stehen nun vor einer ungewissen Zukunft“, schildert der Plochinger die Situation. „Charly war der Alleinverdiener und hat die Familie getragen und versorgt. Nun stehen sie vor großen emotionalen und finanziellen Herausforderungen und wissen nicht, wie es weitergehen soll.“

Deshalb hat Dede auf der Internet-Plattform Gofundme eine Spendenaktion gestartet, bei der innerhalb von wenigen Tagen schon gut 15 000 Euro zusammengekommen sind. Das gesammelte Geld soll laut dem Initiator der in Göppingen lebenden Familie „helfen, die nun entstehenden Kosten zu bewältigen – sei es für die Beerdigung, die Aufrechterhaltung des Haushalts, die tägliche Versorgung oder auch laufende Verpflichtungen.“

Laut Dede geht es „schlicht darum, ihnen in dieser Situation eine notwendige finanzielle Unterstützung zu ermöglichen, damit zumindest ein Teil der anfallenden Kosten aufgefangen werden kann“. Beide Söhne befänden sich im Studium und könnten derzeit nicht noch nebenbei arbeiten – auch aufgrund der starken emotionalen Belastung. Wer spenden möchte, kann das online tun: www.gofundme.com/f/charly-unser-fels-in-der-brandung-ist-leider-gebrochen