Bei vielen Geräten lohnt sich ein Reparaturversuch. Foto: Tilman Baur

Bei der „Generationenwerkstatt Interkultur“ im Service- und Begegnungszentrum der Awo sollen Menschen aus verschiedenen Altersgruppen und Kulturkreisen zusammen basteln, defekte Gegenstände reparieren und miteinander ins Gespräch kommen.

Zuffenhausen - Das gute alte Kofferradio hat jahrelang seinen Dienst getan, jetzt macht es keinen Mucks mehr, dem Lieblingssessel fehlt ein Bein, das teure Smartphone hat einen Riss im Display: Meist bleibt in solchen Fällen nur der Gang zum Wertstoffhof, um die Sachen zu entsorgen und der anschließende Neukauf. Oder der Besuch in einer nicht gerade billigen Fachwerkstatt. Diesem Trend möchte man im Begegnungs- und Servicezentrum der Arbeiterwohlfahrt (Awo) entgegentreten: Am Mittwoch, 7. November, startet an der Lothringer Straße 13a die „Generationenwerkstatt Interkultur“.

„Wir möchten nicht nur Sachen reparieren, sondern auch gemütlich zusammensitzen und miteinander reden“, sagt Bianca Jahnke, Einrichtungsleiterin des Zen­trums. Das Projekt richte sich an Menschen aus allen Alters- und Kulturgruppen. Momentan suche man noch reparaturfreudige Tüftler und Menschen, die ihr Fachwissen einbringen möchten. Laut Jahnke gibt es gerade unter den Senioren sehr viele, die noch über tolle handwerkliche Fähigkeiten verfügen, die sie vielleicht gerne weitergeben möchten. Diese Fertigkeiten können sie auch beim „Upcycling“, also dem Bauen von neuen aus alten Gegenständen, einbringen. Das schone die Umwelt und den Geldbeutel. Werkzeuge und Material stellt die Awo, darf aber gerne auch mitgebracht werden.

Das Programm richtet sich nicht nur an Senioren

Bei der Generationenwerkstatt geht es nicht nur um das Reparieren von defekten Gegenständen. Auch Basteln und das gemeinsame Herstellen von Kunstobjekten oder der Umgang mit Wolle, Stoff und Papier ist vorgesehen. Momentan sind vier Angebote geplant, die sich regelmäßig wiederholen sollen: Holzmalerei unter Anwendung der Serviettentechnik (7. November), Filographie, also die Kunst, Lackdraht mit Nägeln zu verbinden (14. November), ein Handarbeitskreis (21. November) und schließlich das Tüftler- und Repaircafé (28. November). Bei diesen vier Angeboten muss es aber nicht bleiben: „Wir sind für Ideen und Vorschläge offen“, sagt Jahnke.

Bereits im Januar war ein anderes generationen- und kulturübergreifendes Projekt im Begegnungs- und Servicezentrum angelaufen. Unter dem Oberbegriff „Kulinarische Begegnungen“ treffen sich an jedem letzten Mittwoch im Monat Menschen, um internationale Gerichte miteinander zu kochen (wir berichteten). Ursprünglich sollte die Aktion vor allem den Kontakt zwischen Senioren und Geflüchteten herstellen, was laut Jahnke aber noch „ausbaufähig“ ist. Auch hier werden noch Teilnehmer gesucht, das Mitmachen kostet nichts.

Die „Generationenwerkstatt Interkultur“ findet jeden Mittwoch von 15 bis 18 Uhr im Begegnungs- und Servicezentrum an der Lothringer Straße 13a statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig, die Teilnahme ist kostenlos. Informationen gibt es unter Telefon 0711 / 365 93 76.

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