Die Debatte um Fahrverbote für Autos mit Verbrennungsmotor verunsichert nach Ansicht des Stuttgarter Autozulieferers Mahle die Verbraucher. Foto: dpa

Die Debatte um Fahrverbote für Autos mit Verbrennungsmotor verunsichert nach Ansicht des Stuttgarter Autozulieferers Mahle die Verbraucher. Vorstandschef Wolf-Henning Scheider betonte in einem Interview, er sehe Entwicklungspotenzial im Verbrennungsmotor.

Stuttgart - „Durch die Verbotsdiskussionen, die nicht immer mit allen Fakten geführt werden, die man bei der Bewertung des Verbrennungsmotors berücksichtigen muss, kann diese Verunsicherung für uns zu einem Bedrohungsszenario werden“, sagte Mahle-Vorstandschef Wolf-Henning Scheider der „Welt“ (Samstag).

In Baden-Württemberg hängen Tausende Jobs am Verbrennungsmotor - nicht nur bei den Autoherstellern. Auch Zulieferer, die auf Kolben, Abgasnachbereitung oder Getriebe spezialisiert sind, stehen im Falle eines Verbots vor Problemen.

Keine Vorgabe

Scheider betonte, er sehe Entwicklungspotenzial im Verbrennungsmotor: „Es wäre töricht, wenn die Politik in Deutschland ein Verbrennungsmotorverbot beschließen würde.“ Wenn man ihn weiterentwickele, könne der Motor viel beitragen, das Klimaziel von Paris zu erreichen. „Eine weitere Verschärfung der CO2-Gesetzgebung ist nachvollziehbar und richtig, aber wie man die Ziele erreicht, sollte technologisch nicht vorgegeben werden.“

Das Thema Verkehr ist umstritten bei den Sondierungsgesprächen in Berlin. Die Grünen wollen eigentlich, dass von 2030 in Deutschland keine neuen Diesel- und Benzinmotoren mehr zugelassen werden. Die Union wehrt sich strikt dagegen, überhaupt diese Frage zu diskutieren. Inzwischen signalisieren die Grünen Kompromissbereitschaft, wollen nicht länger auf 2030 beharren.

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