Hinter der Eishalle (Mitte rechts) soll die Oststadt-Sporthalle entstehen. Foto: Werner Kuhnle

49 Parkplätze und drei Millionen Euro weniger: An der Ausstattung der neuen Ludwigsburger Oststadt- Halle wird nochmal gespart. Auch beim Raumprogramm wollte die Stadt ein weiteres Mal kürzen.

„Ich dachte, mich tritt ein Pferd“, ruft Reinhardt Weiss. „Die Straßen sind doch dort schon alle zugeparkt. Das gibt ein Chaos!“ Das Unverständnis des Freie-Wähler-Chefs bezieht sich auf den Vorschlag der Ludwigsburger Stadtverwaltung, bei der neuen Sporthalle für die Oststadt aus Kostengründen die komplette Parkierungsebene zu streichen. Und doch stimmt der Bauausschuss letztendlich mehrheitlich dafür.

 

Noch weniger Platz in der Halle?

Bis dahin wird aber fast anderthalb Stunden nochmals heftig diskutiert, denn die Ludwigsburger Oststadt und das Parken, diese Kombination ist toxisch. Die neue Fuchshofschule, das geplante Fuchshof-Baugebiet mit reduziertem Stellplatzangebot, die neue Halle: Sie alle bringen mehr Verkehr. Und wo der ruhen soll, darüber sind die Ansichten sehr unterschiedlich. Schon jetzt sind zu Stoßzeiten alle Straßen rund um die Oststadt-Sportanlagen vollgeparkt. Von den rund 22 Millionen Euro, die die Halle mittlerweile kostet – geplant waren einmal sieben Millionen gewesen – könne man fast drei Millionen sparen, wenn die komplette Ebene mit 49 Stellplätzen gestrichen würde, hat die Verwaltung errechnet.

Weitere Kosten, so der Vorschlag, könne man drücken, wenn man die Halle nochmals etwas verkleinere – von 27 mal 45 Meter auf 25 mal 45 Meter – und bei der Zuschauertribüne eine Reihe wegnehme. In normalen Zeiten wäre man nicht mit einem solchen Vorschlag gekommen, sagt Oberbürgermeister Matthias Knecht, aber „in einem Jahr des Risikomanagements und der Konsolidierung, in der wir jeden Cent umdrehen“ müssten alle Optionen austariert werden. Klar sei: Mit der Sporthalle Ost müsse es nun schnell vorangehen, „wir müssen liefern“. Doch ihre Vorschläge fliegen der Verwaltung um die Ohren, vor allem die Idee, an der Größe der schon von vier auf drei Felder verkleinerten Halle zu knapsen. „Nein, nein und nochmals nein, eine Zustimmung für eine weitere Reduzierung ist mit uns zu hundert Prozent nicht zu machen“, ruft Hubertus von Stackelberg (SPD), sein CDU-Kollege Claus-Dieter Meyer sagt: „Wir können uns keine weitere Raumreduktion und keine Zeitverzögerung leisten.“ „Ganz schlechte Idee“, findet Jochen Eisele (FDP). So lautet auch der Tenor der Stellungnahme des Stadtverbandes für Sport, der sich sorgt, dass es für Schul- und Vereinssport zu eng wird und wegen nicht eingehaltener Normen und zu wenig Tribünenplätzen keine höherklassige Wettbewerbe möglich wären.

Die Streichung der Parkierungsebene löst ebenfalls bei etlichen Räten Pulsrasen aus, außer bei den den Grünen – Florian Sorg nennt den Verzicht ein „Gebot der Stunde“ . Doch die Stimmungslage wendet sich, als Baubürgermeisterin Andrea Schwarz auf Anregung von Margit Liepins (SPD) in Aussicht stellt, als Ausgleich eine bisher nicht öffentlichen Stellfläche vor dem Jahn-Stadion zu öffnen. Der lasse sich voraussichtlich baurechtlich entsprechend umwidmen, so Schwarz. Ansonsten war der Plan der Stadt gewesen, als Ausgleich 20 Plätze auf dem Parkplatz in der Bebenhäuser Straße Ecke Danziger Straße zu entwidmen und der Oststadthalle zuzuordnen. Geht gar nicht, fanden Vertreter der meisten Fraktionen.

Wie es künftig um das Parken in der Oststadt bestellt sein wird, diese Frage lässt trotzdem die Emotionen noch einmal hochkochen. Irgendwann entfährt Matthias Knecht ein „Leute, bitte durchatmen!“ Die Reduktion der Hallenräume lehnt der Bildungsausschuss schließlich ab, der Bauausschuss ringt sich zum Ja zum Wegfall der Hallenparkierung aus Kostengründen durch. „Zähneknirschend“, so Lubu-Vertreterin Adelheid Kainz.