Loverboy heißt die Masche, mit der junge Frauen zur Arbeit in Bordellen gezwungen werden. Foto: dpa

Loverboys täuschen jungen Frauen die große Liebe vor, um sie in die Prostitution zu zwingen. Den Fall einer 17-Jährigen schildert Barbara Schmid in ihrem Buch, mit dem sie in Esslingen zu Gast war. Es ging auch um die Frage, wie man sich schützen kann.

Der Fall ist ungeheuerlich und dermaßen grausam, dass er aus einem Krimi stammen muss. „Die Geschichte ist wahr“, damit beginnt die Autorin Barbara Schmid ihre Lesung vor Siebt-und Achtklässlern der Zollberg-Realschule. „Aber sie geht gut aus“, beruhigt sie. In ihrem Buch „Schneewittchen und der böse König“ hat die Spiegel-Journalistin das Schicksal von Katharina M. aufgezeichnet. Als junges Mädchen verliebt sie sich in ihren deutlich älteren Reitlehrer. Die 17-Jährige bricht den Kontakt zu ihrem Elternhaus in Bayreuth ab und geht ins Bordell. Heinz, wie der Reitlehrer in dem Buch genannt wird, gaukelt ihr vor, dass er mit ihr leben und einen eigenen Reiterhof eröffnen möchte, das Geld dafür könnte sie als Prostituierte verdienen. Sie willigt ein – ihm zuliebe, ihrer großen Liebe. Loverboy nennt sich diese perfide Masche.