Zacharias G. Mathioudakis zeigt sein jüngstes Buch „Freiheitsflug“. Foto: Janine Beck

Im vergangenen Jahr hat Zacharias G. Mathioudakis sein neues Buch „Freiheitsflug“ veröffentlicht. Der Grieche hat viele Pläne. Wir haben uns mit ihm getroffen.

Vaihingen - Geduldig und leger – in Allwetterjacke und im Karohemd – wartet Zacharias G. Mathioudakis am Empfang im Stuttgarter Pressehaus. Er ist Autor, Wissenschaftler und ein großer Fan seiner Heimat. Der Grieche lebt seit vielen Jahren in Vaihingen. Doch man hört nach wie vor, dass Deutsch nicht seine Muttersprache ist. Trotzdem fragt er immer wieder nach, ob die deutschen Wörter, die er benutzt, verständlich sind, oder ob er sie erklären soll.

Im Jahr 1932 geboren verbringt Mathioudakis seine Kindheit auf Kreta. In der Schule ist er ein Vorzeigeschüler, und seine Lehrerin schließt ihn schnell ins Herz. Sie unterstützt ihn fortan im Alltag, in der Schule und beim Schreiben. Als stolzer Grieche unter deutscher Besatzung während des Zweiten Weltkriegs ist Mathioudakis zuerst nicht gut auf Deutschland zu sprechen. Doch sowohl seine Lehrerin als auch Leute in griechischen Cafés schwärmen ihm von diesem Land im Norden vor. Außerdem hat er kein Geld für ein Studium, und zur damaligen griechischen Armee will er auch nicht, weil ihm dort der Drill zu stark ist.

Bei seiner Ankunft kommt ihm Deutschland wie das Paradies vor

So macht sich Mathioudakis im Jahr 1958 im Alter von 26 Jahren auf den Weg. 36 Stunden lang ist er im Zug von Athen nach Stuttgart unterwegs. Bei der Ankunft kommt ihm Deutschland wie das Paradies vor – weniger Armut, mehr Wohlstand als in Griechenland. Trotzdem trauert er seiner Heimat nach.

Auf der anderen Seite erlebt er die deutsche Gastfreundschaft. Mit Staunen erfährt er, dass in diesem Land nicht so viele Menschen studieren. Dafür gibt es viele Berufsausbildungen. Die Deutschen sind sehr stolz auf ihre Arbeit. Deutsch bringt sich Mathioudakis selbst bei. Die Sprachkurse sind ihm zu teuer. Korrigiert wird er bei Gesprächen auf der Straße. Womit Mathioudakis anfangs gar nicht klar kommt, ist der schwäbische Dialekt. Zunächst zieht es den jungen Griechen in den Journalismus. Er macht ein Volontariat bei der Waiblinger Kreiszeitung. Dann studiert Mathioudakis in Hohenheim. Dort arbeitet er sich hoch bis zum Doktortitel.

Frauen prägen sein ganzes Leben

In den folgenden Jahrzehnten ist er als politischer Übersetzer tätig, schreibt 22 Bücher und wissenschaftliche Arbeiten. Sein neues Buch „Freiheitsflug“ handelt von Dädalus und Ikarus, Charakteren aus der griechischen Mythologie. Der Sage nach schafften sie es zu fliegen, allerdings mit dramatischem Ende. „Bücher schreiben verleiht mir Flügel“, sagt der Autor.

Neben dem Schreiben begleitet ihn noch eine zweite Leidenschaft – die Liebe. Seine deutsche Frau lernt er in Möhringen kennen und hat später eine Tochter mit ihr. Man spürt den Vaterstolz, wenn Mathioudakis von ihr spricht. Sie ist inzwischen Ärztin. Frauen prägen nach seinen Worten das ganze Leben. Schon als Embryo im Mutterleib fange das an. „Frauen machen Männer zu Männern oder wie sie sind. Ob Ehefrau, Freundin oder Sekretärin, große Männer werden groß durch die weibliche Unterstützung“, sagt Mathioudakis. Er selbst könne ohne Frau jedenfalls nicht leben. Daher ist er auch mit 85 Jahren wieder auf der Suche nach einer Frau zum Heiraten – oder wenigstens nach einer Sekretärin. Er hat schließlich noch große Pläne.

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