Sedric heißt ein futuristisches, autonomes Taxi-Vehikel von VW. Foto: Volkswagen Foto: Volkswagen AG

Partnerschaften mit US-Technologieunternehmen sind für deutsche Autokonzerne ein heißes Thema. VW und Aurora, ein Start-up rund ums autonome Fahren, das von Ex-Mitarbeitern von Tesla und Google gegründet wurde, haben sich nun verbündet. 

Stuttgart - Fast gleichzeitig mit der Nachricht, dass der Technologiekonzern Bosch sich am Kartendienst Here beteiligt, gibt es eine weitere, ähnliche Meldung rund um das autonome Fahren. VW und Hyundai setzen nun auf das noch recht junges Start-up Aurora aus dem Silicon Valley, hinter dem führende Entwicker von Google und Tesla stehen, die sich dort mit der Technologie für selbstfahrende Autos beschäftigt haben.

Wie das „Wall Street Journal“ und das „Handelsblatt“ berichten, geht  Aurora jeweils getrennte Partnerschaften mit den Autofirmen ein. Damit entsteht im Silicon Valley ein ernsthafter Rivale für Waymo, einem Unternehmen unter dem Dach der Google-Muttergesellschaft Waymo, das sich ebenfalls mit dieser Technologie befasst.

Autokonzerne sind offen für ein sehr junges Start-up

Bemerkenswert ist, dass die Autokonzerne auf ein Unternehmen mit einer derart kurzen Geschichte setzen. Auch für Aurora sei die Entscheidung nicht leicht gefallen, sagte der Aurora-Chef Chris Urmson gegenüber dem „Handelsblatt“. Man wisse aber, dass man in Kooperation mit VW schneller vorankomme.  Die Technologie der Firma wurde demnach bereits bei Geländewagen der VW-Tochter Audi erfolgreich getestet. VW will in diesem Jahr noch erste Tests  in Hamburg mit der Aurora-Technologie starten. Im Alltagsbetrieb nutzbar soll sie von 2021 an sein. Hyundai hat einen ähnlichen Zeitplan.

Aurora entwickelt das ganze Bündel von Technologien rund um Roboterautos. Dazu gehört Künstliche Intelligenz ebenso wie Kartensysteme und Sensoren. Der Aurora-Chef Urmson gehörte zu einer ganzen Reihe von Entwicklern, die 2016 Waymo verließen - in dem Augenblick als Google einen stärkeren Fokus auf die Kommerzialisierung legte. Ein anderer führender Kopf, Sterling Anderson,  kommt von Tesla, wo er dessen halbautonomes System namens Autopilot anwendungsreif machte.

VW und Aurora ergänzen sich

Waymo gilt in den USA aber weiterhin als das technologisch am weitesten fortgeschrittene Projekt, vor allem weil die Fahrzeuge mit schätzungsweise mehr als 6,5 Millionen auf öffentlichen Straßen zurückgelegten Testkilometern im Silicon Valley bisher die intensivste Praxiserprobung vorweisen können. Ein intensiver Testlauf findet beispielsweise zurzeit in Phoenix, Arizona, statt. Waymo seinerseits kooperiert mit Fiat und Honda.

Das „Wall Street Journal“ zitiert  Johann Jungwirth,  den Digitalchef von  Volkswagen Volkswagen, mit dem Argument, dass sich die Expertise des Start-ups mit der von Volkswagen perfekt ergänzen: „Dies erlaubt uns, schneller auf den Markt zu kommen.“ VW und Hyundai halten sich aber auch Kooperationen mit dem Konkurrenten Waymo weiterhin offen.

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